Nicht nur Tag 10 sondern auch die zweite Woche im HomeOffice. Immer noch alles gut. Ich weiß mittlerweile, wann ich aufstehen muss, damit ich ganz in Ruhe meine Kanne Tee und mein 11 Uhr-Müsli vorbereiten muss, damit ich auch pünktlich um 9 Uhr im „Büro“ bin.
Von hier gibt es auch gar nicht so viel zu berichten. Es läuft, den Umständen entsprechend gut.

RRRRRRRIIIIIIIINNNNNNG!!!! Die dezente Türklingel schallt gegen kurz vor 11 Uhr durch das Haus. Timos Papa steht vor der Tür. Und er steht nicht alleine vor der Tür. Er hat der/die/das Kreidler dabei.
Ihr wisst nicht, was das ist? Ich auch nicht. Aber ich habe es ja heute gesehen. Ein Mofa und irgendwie auch Fahrrad. Man darf es ohne Führerschein fahren und kommt mit bis zu 40 km/h voran (habe ich mir erzählen lassen).
Das Ding sieht richtig schön nostalgisch aus – VINTAGE. So, wie es 1973 total hipp war.
Timos Papa, Günter, ist ein echter Raritäten-Sammler und an diesem Möfchen hat er so richtig Spaß. Seine Augen leuchten.
Noch ist das Fahrgerät nicht betankt und muss daher noch von A nach B geschoben werden. Das tut dem Spaß aber keinen Abbruch.
Ich mache noch schnell ein paar Fotos für Timo, denn ihm sollte der/die/das Kreidler eigentlich vorgeführt werden. Timo war aber bei einem Kundentermin und hat sich das Vehicel später am Tag angesehen.

Meine Mittagspause habe ich heute wieder für einen Spaziergang zum Supermarkt genutzt. Der Einkauf an sich hat sich vollkommen unspektakulär gestaltet. Was mich aber wirklich traurig gemacht hat, war eine Aussage der Kassiererin.
Ich stand an der Kasse, auf dem zugewiesenen Bezahlplatz, von hinten kommt eine ältere Dame, mit Mundschutz, und läuft schnurstraks in den Kassenbereich. Das ist derzeit nicht ohne Abstand erlaubt und das ist auch mit deutlichen Aufklebern alle 2 Meter auf dem Boden ausgewiesen.
Die Kassiererin sieht die Dame und schaut mich recht verzweifelt an, in dem Moment sage ich zu der älteren Dame „Sie dürfen nicht so weit nach vorne gehen, sie müssen weiter hinten warten.“, „Wieso?“, fragt die Dame mit dem Mundschutz! Da schaut mich die Kassiererin wieder ganz müde an und sagt „Ich habe einfach keine Kraft mehr, es immer und immer wieder zu erklären.“. Hätte ich gedurft, ich hätte sie in den Arm genommen.
Am schlimmsten an der Situation finde ich, es kann passieren, dass man aus Gewohnheit eben nach vorne Richtung Kasse läuft, dass man hier einfach mal die neue „Normalität“ vergisst. Aber diese Dame war mit einem Mundschutz ausgestattet und das ist ja nun mal kein modisches Accessoire. Das wiederum heißt, sie schützt sich selbst ganz bewusst, aber vergisst alle anderen – in dem Fall die Kassiererin und mich – zu schützen. Es ist dieser Egoismus, der mich so unfassbar sauer macht. Man erlebt es zwar immer seltener, aber für mich immer noch zu oft.

Der Supermarkt-Besuch führt mich auch gleich zum dritten Tageswort: Blutbad. Ich wollte heute nämlich kochen. Keine Sorge. Alle Finger sind noch dran.
Lydia aus dem Fun-Kurs hatte gestern ein ganz leckeres Rezept in die Gruppe gestellt. Ein Salat mit Walnüssen, gebackenem Feta und Granatapfelkernen. On Top gabs bei uns noch ein Dressing u. a. mit Himbeer-Essig.
Aber zuerst müssen ja die Granatapfelkerne aus dem Apfel raus. Das ist gar nicht mal so einfach. Den Granatapfel in der Mitte durchschneiden und dann soll man angeblich nur von außen auf die Hälften kloppen müssen und schon purzeln die Kerne raus. Denkste. Da ist gar nichts gepurzelt. Also muss man bzw. ich etwas rabiater werden. Mit einem Zöppken (kleines, sehr scharfes Küchenmesser aus der Klingenstadt Solingen) fange ich an die Kerne aus dem Apfel zu pulen. Geht mir natürlich nicht schnell genug. „Wenn man die Hälfte ein bisschen auseinander biegt, dann ….“ Ich möchte an dieser Stelle an Tag 1 erinnern. Da hatte ich bereits erwähnt, dass ich nicht sicher bin, ob das mit dem zu Hause-Bleiben unbedingt etwas für mich ist.
Auf jeden Fall habe ich den Apfel auseinandergedrückt und plötzlich flog er weg. Also der eine Teil der Hälft links von mir und der andere Teil rechts von mir quer durch die Küche. Und wer schon mal einen Granatapfel von innen gesehen hat … Richtig, blutrot. Die Apfelstücke, die Kerne und deren Saft haben sich in der halben Küche ausgebreitet. Selbst die Katze hat etwas abbekommen. Es sah aus, als wäre Tom Cruise zu seinen besten Vampir-Zeiten in der Küche gewesen.
Nützt ja nix. Die Schweinerei muss weggemacht werden. Boden und Wände müssen abgewischt werden und die verteilten Kerne eingesammelt werden. Aber auch das ist irgendwann geschafft.

Fazit: Am Ende des Tages hatten wir ein wirklich leckeres Abendessen mit einem gesunden Salat mit Granatapfelkernen und leckerem Feta (der mit Honig lackiert (!!) wurde) sowie grandiosen Kartöffelchen aus dem Backofen. Die sind ganz easy zu machen: Drillinge vierteln, mit Olivenöl, Salz, Pfeffer, (TK-)Kräutern, Knoblauch und Zwiebeln marinieren und dann für ca. 25 Minuten bei 200 Grad in den Backofen. Sehr lecker. Wir haben sie dann noch mit kross gebratenen Schinkenspeck-Würfeln getoppt. Ich muss uns jetzt mal loben: Ich bin nämlich immer ganz fasziniert und stolz, wie gut Timo und ich zusammen kochen können. Das haben wir drauf ?

Habt ihr das eigentlich auch? Egal, wie satt ihr seid. Nach einem herzhaften Essen müssen Süßigkeiten griffbereit sein. Ich denke, ich werde mich jetzt gleich mal zum Müßigkeiten-Vorrat (s. Tag 1) begeben und mir eine Kleinigkeit ? aussuchen.

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