Ich hatte mir für heute schon ganz viele Themen parat gedacht und jetzt habe ich nur so wenig Zeit. In einer halben Stunde kommt Angi und wir düsen nach Aachen, um nochmal eine kleine Shopping-Tour bei Babor zu machen und heute Abend sind wir in Solingen mit Hannah und Verena verabredet. Die beiden habe ich auch gefühlt schon ewig nicht mehr gesehen. In Echtzeit sind es wohl drei Monate. Und das ist eine Ewigkeit, wenn man sich normalerweise täglich sieht.

Meine Themen für heute basieren tatsächlich auf den Nachrichten von gestern Abend. Da geht es z. B. um TikTok. Ich weiß gar nicht mehr, ob ich darüber schon mal geschrieben habe – daher nochmal kurz: Das ist eine social-media-App in der sich die User mit Lippensynchron-Videos zur Schau stellen und rund um die Uhr zum Deppen machen.
Die Selbstdarstellung ist da die eine Sache und nichts Neues, aber der Gipfel der Beklopptheit sind die Challenges die da jetzt die Runde machen. Eine nicht nur bescheuerte, sondern vor allem gefährliche ist die „Kuh-Challenge“. Hier müssen die „Darsteller“ oder TikTok-User Kühe erschrecken. Hört sich erstmal lustig an, ist es aber nicht. Das läuft folgendermaßen: Die filmen sich, mit einem bestimmten spanischen Lied als Hintergrundmusik, wie sie auf oder an einer Weide stehen – vor Kühen. Erst stehen sie ganz starr und ab einer bestimmten Stelle im Lied fangen sie wie wild an zu zappeln. Und genau das jagt den armen Tieren einen riesigen Schreck ein. Und da die Kuh ein Fluchttier ist, rennt sie weg und dabei kann es passieren, dass sie sich die Beine bricht oder unkontrolliert in einen Zaun läuft und sich schwer verletzt. Man muss also nicht mehr dazu sagen, als dass dieser „Spaß“ einfach nur vollkommen hirnverbrannt ist. Zumal die Kuh evtl. auch in den Darsteller laufen könnte – aber gut, dann haben wir einen TikTok-Idioten weniger. Nee Spaß beiseite – das ist kein Spaß! Das ist lebensgefährlich für alle Beteiligten. Ein absolutes NoGo und man sollte diese Idioten auch direkt abgreifen und strafrechtlich belangen. Die sind ja alle leicht zu identifizieren, da man den Mist – dafür macht man es ja – im Internet verbreitet, auf seinem Profil, mit seinem Namen.

Dann doch lieber die andere Challenge von der ich heute gelesen habe – und nein, das habe ich mir nicht ausgedacht. TikTok-User pinkeln sich vor laufender Kamera in die Hose. Und nochmal: Solche Videos von sich selbst (!!!!) stellen die ins Internet!!!!!
Fragt mich nicht, mir fällt dazu auch nichts ein. Außer – solange die sich mit so einem Scheiß beschäftigen, schaden sie nur sich selbst und ziehen sonst keinen mit rein. Ggf. noch die Mama, die dann die vollgestrullerte Hose ihres Teenies reinigen muss.

Aber zusammengefasst kann man sich bei sowas wirklich nur fragen: Was läuft bei denen falsch??

Dann ging es gestern in den Nachrichten noch um die aktuelle Ferienzeit und die damit verbundenen Urlaubsreisen. Ich muss schon sagen, ich bin froh, dass Timo und ich uns einig sind, dass wir erstmal nicht losziehen. Ein Mann stand da mit seinem Sohn am Düsseldorfer Flughafen. Alles voller Menschen. Und selbst der Mann sagte „Hier kann man die Abstandsregeln gar nicht einhalten. Das ist schon ein komisches Gefühl.“
Oder eine andere Familie aus NRW, die in Bayern unterwegs ist, möchte gern einen Ausflug nach Wien machen. Ist geplatzt, da man, um nach Österreich einzureisen, einen frischen Corona-Test braucht oder lückenlos nachweisen muss, dass man in den vergangen 14 Tagen nicht in Gütersloh war. Tja, so waren dann alle enttäuscht. Aber ich muss auch sagen – da hätte man sich vorher schlau machen können und vor allem muss einem klar sein, dass wenn man jetzt in den Urlaub fährt, das eben kein normaler Urlaub ist und das man vermutlich mit einigen Hindernissen und Verboten rechnen muss.

Und das letzte Thema führt mich wieder zu social media und somit auch wieder zur Selbstdarstellung auf instagram. Vorweg: Ja, ich bin auch immer noch auf dieser Plattform unterwegs, aber ich finde es auch bis heute echt komisch Selfies von mir zu machen, vor allem in der Öffentlichkeit, vor anderen Leuten mache ich das eigentlich gar nicht. Ich fühle mich dabei sehr unwohl.
Für die absoluten Selfie-Junkies hingegen gibt es sog. Selfie-Museen. Das erste hat schon vor längerer Zeit in Düsseldorf eröffnet.
Verrückte Sache, aber offensichtlich eine geniale Geschäftsidee: Ein Museum mit zig verschiedenen Kulissen und Aufbauten, die einzig und allein dazu dienen, dass die Besucher sich darin für instagram-Fotos und -Stories in Szene setzen. Ja. Und das Ganze kostet 29 € Eintritt. Und selbstverständlich gibt es da auch Umkleidekabinen, damit man die Fotos nicht alle im selben Outfit machen muss. Logisch.
Ich verstehe das wirklich nicht so richtig. Es geht am Ende immer nur um das Vortäuschen einer Illusion und um das „Schau mal, wie toll ich bin und was ich für coole Sachen mache.“. Sind wir alle Aufmerksamkeits-geile Narzissten geworden, die permanent die Bestätigung von Freunden und vor allem Wildfremden brauchen??
Ich lasse mich auch, z. B. bei Ausflügen, vor Sehenswürdigkeiten oder schönen Häusern, Hintergründen fotografieren, aber das mache ich dann als Erinnerung für mich oder uns. Meist poste ich, wenn ich es poste, nur die Sehenswürdigkeit an sich. Weil meine Follower = Freunde (in echt) kennen mich ja, die finden dann vielleicht interessanter, was ich da gerade gesehen habe.
So ein Museum würde für mich nicht in Frage kommen, das finde ich wirklich strange. Ich habe mich gestern schon fremdgeschämt, als ich in dem Beitrag sah, wie die Mädels da in den Kulissen posiert haben. Und vor allem auch immer sehr natürlich – NICHT! Ohne Posing, also Bauch rein, Arsch raus, Schmollschnute und natürlich Filter geht da gar nichts mehr. Denn die Realitität, die vielleicht auch einfach mal langweilig, normal und nicht perfekt ist oder Dellen und Pickel oder gar Falten hat – die will ja keiner sehen.
#fürmehrrealitaetindensozialenmedien #nofilter

Nützt ja nix – jedem sein Hobby, aber mir ist das Real Life doch lieber. Und da muss ich jetzt auch hin. Nicht wundern, jetzt habe ich mir gerade schnell Zeit zum Schreiben genommen, zum Hochladen komme ich wahrscheinlich erst, wenn ich gleich aus Aachen zurück bin.

So, bin aus Aachen zurück. Das ging ruckzuck. Hin, rein, Geld ausgeben 😊, raus, zurück.

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