Ich wollte schon früher geschrieben haben, aber wir hatten gerade noch einen Einsatz, einen Einsatz der SoKo „Piepmatz“.
Folgendes hat sich zugetragen. Wie angekündigt, waren wir heute Mittag direkt in Roermond und haben uns den letzten, jetzt wirklich allerletzten, Le Creuset Serviettenhalter gesichert. Mehr aber auch nicht. Und ich muss wirklich sagen, in diesem Outlet hat man den Eindruck, es ist nie etwas gewesen. Also Corona und so. Es war rappelvoll, 98 % der Menschen haben keine Maske getragen (wir somit umso überzeugter) und Abstand, ja das war so gut wie nicht möglich. Von daher haben wir uns da gar nicht lange aufgehalten, sondern sind noch ein bisschen durch die eigentliche Stadt Roermond spaziert. Das hatte ein bisschen was von Urlaub.
Naja, dann waren wir eben zurück und es dauerte gar nicht lange, da kam auch Nil schon in den Garten spaziert und kurze Zeit später sagte Timo „Nil hat schon wieder etwas gefangen.“. Ich hatte schon die Befürchtung, dass wir wieder ein totes Vogelbaby einsammeln müssen. Dann hab ich das Vögelchen gesehen und es war wider Erwarten quicklebendig. BibuBibuBibu – Einsatz für die SoKo „Piepmatz“. Ich habe also die Katze zur Seite gehalten und versucht das Vögelchen einzufangen. Es konnte, wie letztens der kleine Kamerad, statt fliegen bisher eher purzeln. Und so ist es dann ins Gebüsch gepurzelt, mir aus den Augen und Nil ist hinterher. Da sich die Katze leichter einsammeln lässt, habe ich zuerst Nil gefangen und im Haus eingesperrt. Ich hab versucht das Vögelchen im Gebüsch zu finden, aber kleines graubraunes Vögelchen im dunklen Gebüsch – schwierig. Dann rief Timo „Schau mal, hier ist noch eins.“. Und da saß wirklich noch so ein kleiner Piepmatz in der Wiese, den haben wir dann erstmal aufgesammelt. Und dann haben wir versucht das Nest zu finden. Ist uns leider nicht gelungen, aber wir konnten die ganze Zeit über die aufgeregten Vogel-Eltern hören und sehen und haben versucht ihnen zu folgen. Ging irgendwie nicht.
Jetzt hatte ich immer noch das Vögelchen in der Hand und es schien sich auch so langsam an mich zu gewöhnen, reagierte auf meine Stimme und wurde immer ruhiger.
Dann sagte Timo „Hier ist noch eins.“ Jap, Patient Nummer 3. Hat Timo eingesammelt. Der war zwischenzeitlich auch im Haus und hat eine Schale geholt und die mit Erde und Gras aufgefüllt, quasi als Nest-Ersatz. Den Teller haben wir dann in den Nussbaum gesetzt und die beiden Vögelchen hinein. Mein kleiner Freund wollte gar nicht mehr weg und blieb erstmal auf meiner Hand sitzen.
Timo hat sich in der Zwischenzeit auf die Suche nach dem ersten Vögelchen gemacht. Dazu haben wir die Katze raus gelassen und die ist gleich wieder Richtung Gebüsch gelaufen und hat offensichtlich – voll im Jagdmodus – gesucht. Timo ist gleich hinterher, hat die Mülltonne weggezogen und siehe da, die Katze hatte das Vögelchen gefunden, kurz mit der Pfote danach geschlagen und so das Vögelchen direkt in Timos Hände getrieben. So war auch der dritte Vogel erstmal safe. Den haben wir dann zu seinen Geschwistern ins neue Nest gesetzt und dann gewartet.
Die Katze hatten wir zwischenzeitlich wieder eingesperrt.

Irgendwann purzelte wieder ein Vögelchen aus dem Baum. Die Eltern schienen sich mittlerweile auch in der Nähe aufzuhalten, denn man hatte den Eindruck sie riefen nach den Babies und die antworteten auch. Den Nest-Flüchtling haben wir wieder zurückgesetzt, Nr. 2 hatte sich mittlerweile auf einen Ast gesetzt. Das Spielchen ging dann noch eine Weile. Immer mal ist einer der drei rausgefallen. Und immer mal wieder habe ich den kleinen Tollpatsch eingesammelt und zurückgesetzt. Der eine kam dann auch einmal sofort zurückgesprungen und ist mir quasi ins Dekolleté gefallen und hat sich an meinem Pulli festgekrallt.
Gut, das konnten wir jetzt nicht ewig so machen, also haben wir, als wieder ein Vögelchen raus fiel, es mal loslaufen – naja, stolpern – lassen. Und dann ging es auch los. Die Eltern kamen angeflogen und blieben dann auch immer in der Nähe. Und so machte sich dann das kleine Vögelchen auf den langen Weg, der ihm von den Eltern vorgegeben wurde. Immer geradeaus zum Birnenbaum. Plötzlich kam dann auch das zweite Vögelchen aus dem neuen Nest geflogen und schlug die Richtung „Birnenbaum“ ein. Auch begleitet vom Rest der Familie. Jetzt saß Nummer 3 noch im Nest und schien nicht so ganz zu wissen, was zu tun ist.
Also habe ich ein bisschen Hilfe geleistet und es aus dem Nest genommen und zum Birnenbaum getragen. Doch als ich es absetzen wollte, hielt es sich an meiner Hand fest. Aber es piepste. Ich habe dann die Hand hochgehalten und ein bisschen bewegt, so dass die Flügelchen ausgebreitet wurden. Und dann ging es ab – das kleine Vögelchen flog, nicht weit, aber immerhin, in das Gebüsch hinter dem Birnbaum und hielt sich dann an einem Ast fest. Und dann wurde es auch schon von den Eltern „eingesammelt“. Irgendwo dahinten in der Ecke, scheint also die Homebase der Familie zu sein. Wir wissen gar nicht genau, was es für Vögelchen sind. Eher klein, so Spatz-Größe.

Wir sind mittlerweile wieder drinnen und werden von der Katze vollgeheult. Die bleibt jetzt – selbstverständlich gegen ihren Willen – noch ein bisschen drinnen, um den Vögelchen die Chance zu geben, sich wieder zu sammeln, in Sicherheit zu bringen und vielleicht eine kleine Flugübung zu absolvieren. Nützt ja nix. Ich hoffe einfach mal, dass die drei Kleinen die Nacht überstehen. Denn es ist ja klar, dass Timo und ich nicht die ganze Nacht Wache halten können. Hmm, naja, ich kenne mich ja ein bisschen. Das beschäftigt mich jetzt bestimmt noch eine Weile.

Nachtrag: Wir haben gerade draußen nochmal nachgesehen und das eine Vögelchen hing immer noch hilflos an dem Ast. Also wieder eingesammelt und es wollte gar nicht mehr weg. Ist einfach auf der offenen Hand sitzen geblieben und hat mir vor Freude gleich zweimal in die Hand gek….
Aber ich habe jetzt auch das Nest gefunden. Leiter raus, auf die Leiter hoch und den Vogel am Nest abgesetzt, er ist auch von alleine hinein gehüpft. Hoffen wir mal, dass das jetzt gut geht. Die Katze scheint immer noch im Jagdfieber zu sein.

Nachtrag 2: Zwischenzeitlich habe ich auch noch ein zweites Vögelchen in das richtige Nest gesetzt und so langsam haben sich auch die Vogel-Eltern wieder beruhigt. Aber wir haben jetzt auch gelernt, dass der Alarm wieder los geht sobald die Katze im Garten auftaucht. Könnte also ein spannender Abend werden.

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