Es ist übrigens Zufall, dass heute alle drei Tageswörter mit einem B beginnen. Aber auch alle drei haben sich einfach so ergeben.
Stichwort eins „Bodyshaming“, meines Erachtens nach auch so ein Begriff, der erst in Zusammenhang mit dem Internet und den verschiedenen social media-Plattformen geprägt wurde. Wer ihn noch nicht kennt, der Begriff beschreibt Beleidigung, Diskriminierung, Mobbing etc. zum äußeren Erscheinungsbild eines Menschen. Und hier geht es nicht „nur“ um Übergewicht, nein, es geht um jegliche Form von Körperformen, vermeintliche Makel, dem Aussehen generell und ich denke, es ist eine sehr gefährliche Bewegung, die für manch einen Menschen extreme Folgen haben kann.
Ich komme darauf, weil ich gestern mit Sarah darüber gesprochen habe. Und u. a. habe ich erzählt, dass ich am Sonntag beim Joggen ein junges Mädchen – ich schätze so 12 max. 14 Jahre – gesehen habe. Sie ging mit ihrem Hund Gassi und trug kurze Jeans-Shorts und ein bauchfreies Oberteil. Das ist ja nicht weiter schlimm. Auffällig fand ich nur, dass sie immer, wenn jemand an ihr vorbei ging, sie ihren Arm über den nackten Bauch legte. Es war ihr offensichtlich unangenehm und sie schämte sich irgendwie. Und genau da sieht man, was Bodyshaming macht. Dieses Mädchen ist genau die „Kundschaft“ für instagram und Co. Dort sieht sie die gefilterten, retuschierten und ins rechte Licht gerückten (dazu komme ich später noch) Online-Beauties. Die haben keinen Bauch, die haben keine Cellulite, die haben keine Falten, die haben keine Haare an den falschen Stellen, die haben keine Pickel – kurz, die sind perfekt. Die Haare liegen immer wie frisch vom Hollywood-Stylisten geföhnt und das MakeUp sorgt für den perfekten Glow im makellosen Gesichtchen.
Ich habe mal überlegt, wie ich das als Teenager gesehen hätte. Wahrscheinlich hätte ich denen auch nachgeeifert und hätte irgendwann oder irgendwie geglaubt, dass Mädchen so aussehen müssen und nur dann etwas wert sind und wahrscheinlich hätte auch ich meinen Wert und mein Äußeres an den Likes auf social media gemessen.
Ich muss sagen, ich bin sehr froh, dass es social media damals noch nicht gab. Denn auch ohne, dass man sich mittels Fotos im Internet hat „bewerten“ lassen, war die Pubertät nicht so spaßig. Man muss ja für sich selbst schon lernen mit einigen körperlichen Neuerungen umzugehen. Da konnte die Klamotte erst nicht weit genug sein und später dann nicht eng genug. Aber das habt ihr wahrscheinlich auch alle selbst durch. Ja und heute, ca. 25 Jahre später, meine ich zu wissen, was ich tragen kann und was nicht, aber trotzdem habe ich Tage, an denen ich mich in meinem Körper nicht wohlfühle und auch Dauerbaustellen, die mir einfach nicht gefallen. Aber und das ist wohl der Vorteil am Älterwerden – ich mach mir keinen Stress. Mir kann keiner was. Wobei ich aber auch keine Ganzkörper-Fotos ins Netz stelle, um entsprechende Reaktionen und Likes zu generieren. Denn wer das tut, der muss auch damit rechnen, dass nicht nur „Wow, du siehst toll aus.“ kommt, sondern auch von irgendwelchen Hatern oder Internet-Trollen „Bahh, bist du fett.“ oder auch andersrum „Du bist ja ekelig und krankhaft dünn.“. Oder es werden Augenbrauen, Haare, Sommersprossen, Pickel, Dellen, Narben und und und bewertet und das zumeist nicht nett. Und warum? Einfach nur so, weil sie es können. Das jeder Mensch anders und keiner perfekt ist interessiert überhaupt nicht.
Offensichtlich geht es heute aber irgendwie genau darum. Man braucht die Bestätigung von teils wildfremden Menschen, um sich wertvoll zu fühlen. Und mit entsprechenden Reaktionen fühlt man sich dann supergut oder eben wirklich schlecht. Erwiesenermaßen haben Psychologen heutzutage mehr mit Jugendlichen zu tun, die eine Depression entwickelt haben, weil sie nicht genügend Follower und oder Likes haben. Das muss man sich mal vorstellen. Und ich glaube nicht, dass die meisten dieser Kids zuhause vernachlässigt wurden oder nicht genug Wertschätzung von ihren Eltern bekommen haben – aber die schätzen ja nun auch den Menschen und loben im Zweifel nicht den glatten Bauch und den prallen, runden Po.
Was ich also zu dem Mädchen mit dem Hund sagen wollte. Sie hat den Arm wahrscheinlich nicht vor den Bauch gelegt, weil sie noch in der Pubertät ist, noch nicht die Selbstsicherheit hat und noch nicht so richtig in dem sich verändernden Körper angekommen ist, sondern weil sie sich jeden Tag stundenlang im Internet Mädchen und Frauen ansieht, die einen makellosen, flachen Bauch zzgl. Sixpack gekonnt in Szene setzen. Und schon hält sie ihren Bauch – der wahrscheinlich noch ein bisschen Babyspeck hat oder eben einfach nicht ausgehungert und durchtrainiert, also normal ist – für hässlich, fett und unansehnlich. Das ist schon traurig und gefährlich genug. Noch schlimmer ist aber, dass diese gesamte Generation offensichtlich die Augen davor verschließt, dass keins dieser Bilder der Realität entspricht. Kein Bauch, der nicht eingezogen, retuschiert, gefiltert, bearbeitet und entsprechend ausgeleuchtet ist. Es ist eine Kunst und Wissenschaft, diese vorgetäuschte Perfektion für nur ein Foto zustande zu bekommen. Auch das offensichtlich rund um die Uhr perfekte MakeUp – als würden sie morgens so aus dem Bett hüpfen. Schwachsinn, das sind alles Inszenierungen. Und ich möchte meiner Haut diese dauerhaft dicken Schichten von MakeUp gar nicht antun.
Zu dem ganzen Thema möchte ich heute ein instagram-Profil empfehlen: https://www.instagram.com/danaemercer/
Diese Frau zeigt auf beeindruckende Weise, welche Rolle allein Licht (s. o.) für das „perfekte Body-Foto“ spielt. Und vor allem predigt sie immer wieder, dass jeder Mensch Makel, Streifen, Dellen etc. hat und, dass genau deswegen jeder Mensch der ist, der er ist und einzigartig. Sehr interessant und wichtig, wie ich finde.

So, jetzt wird es aber wieder ein bisschen spaßig. Wir haben uns heute Morgen wirklich nicht mehr einbekommen. Seit gestern steht meine Kapten & Son Sonnenbrille bei ebay zum Verkauf. Eine tolle Brille, aber ich musste leider feststellen, dass sie mir zu groß ist. Egal wie oft ich die Bügel habe verstellen lassen, es hat nichts genützt oder ich habe von dem Druck Kopfschmerzen bekommen.
Heute Morgen kam dann auch die erste Anfrage zu der Anzeige. Die Dame schien interessiert. Zur Info: die Brille hat einen Neupreis von 99 €, ich biete sie für 90 € VB an, da sie quasi ungetragen und wie neu ist.
So, zum Angebot (dazu auch das Tagesfoto, da es kaum zu fassen war). Statt der gewünschten 90 € oder ggf. auf Anfrage ein etwas niedrigerer Betrag, bot mir die Dame, da sie einen Bio-Bauernhof hat, 24 Bio-Eier im Tausch an! ÄHHHH, neeeee. 99 € im Tausch gegen 24 Eier!?!?! Das müssen ja ganz tolle Eier sein. Ich habe also höflich und dankend abgelehnt. Jetzt könnte man meinen, dass es das war – nee, wars nicht. Sie schrieb mir dann noch eine Nachricht und fragte „Hätten Sie Interesse an einem Bio-Huhn?“
Wir waren bei den Eiern schon nicht aus dem Lachen herausgekommen, aber jetzt noch ein Huhn??  Ob sie uns das alles per Post schicken wollte?!? Wir haben kurz überlegt, ob wir mal fragen sollten, wie viele Bio-Eier so ein Bio-Huhn wohl legt, vielleicht rechnet es sich ja doch. Ich habe dann nicht mehr geantwortet, aber habe Timo schon gesagt, dass, wenn sie uns ein Bio-Rind anbietet, ich zuschlagen würde. Nützt ja nix – wenn doch noch ein LockDown kommt, haben wir immer frische Milch und werden womöglich auch zu selbstversorgenden Bio-Bauern 😊 Bei uns gibt es dann die Eier auch für unter 4 € das Stück. Versprochen.

Jetzt noch kurz zum dritten B und das war fast schon zu erwarten: Auf den Balearen kommt es zur Zwangsschließung von Kneipen und Lokalen, nachdem Touristen ohne Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln wild gefeiert haben. „Selbst schuld“, sage ich den Feiernden und „Tut mir leid für euch“, sage ich den Einheimischen. Die mussten sich dieses Treiben ansehen und hatten wahrscheinlich sowieso schon Sorge, dass man wegen dieser Unvernunft kurz vor dem nächsten LockDown steht.
Wahrscheinlich wird das Geheul seitens einiger Touris jetzt recht laut, da man sie um ihr „Urlaubs-Recht“ bringt, womöglich wollen die dann noch Geld zurück oder so. Aber da können die sich mal schön hinter Herrn Tönnies anstellen. Selbst verbockt, also hafte auch dafür! Und ein bisschen Rücksicht auf die Menschen, die nicht nach zwei Wochen wieder abhauen können, wäre auch nicht schlecht.

Zum Abschluss habe ich heute noch etwas im Tagesfoto platziert. Mal schauen, wie lange ihr braucht um die Wörter richtig zu lesen. Viel Spaß.

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