Meinen Ärger habe ich gestern mit einem Glas Weißwein und ein paar Eierlikörschokobohnen (Zartbitter) erfolgreich bekämpft. Eierlikörschokobohnen – schönes Wort für Hangman. In diesen Zeiten muss man ja kreativ werden.
Hat auf jeden Fall geholfen. Auf der Couch sitzen, im TV-Programm und dann doch lieber im Streaming-Dienst rumzappen – eben einfach Kopf aus und die Zeit vertrödeln, bis es ins Bett geht.

Heute Morgen war ich in Solingen beim Doc, nur ein kleiner Kontroll-Termin. Nichts Wildes. Und danach habe ich ganz entspannt eine fast schon gruslig leere Autobahn A3 und A1 genossen. Und das im Berufsverkehr. Eigenartiges Bild, aber auch wirklich ein sehr meditatives Autofahren.
Ich bin mal gespannt, was dieser derzeitige Zustand im Straßen-, Flug- und Schiffsverkehr, mit unserer Umwelt macht. Man hört ja z. B. schon aus Venedig, dass da nach kurzer Zeit das Wasser in den Kanälen wieder klar ist und Paris meldet schon eine viel bessere Luftqualität.
Da überlegt man doch glatt, ob wir es nach der Krise nicht schaffen, regelmäßig Mobilitäts-Abstinenz, quasi Feinstaub-Sabbaticals, einzulegen. Ich fände das eine gute Sache.

Ähnliche Gedanken habe ich auch immer während meiner kleinen Ornithologen-Studien (Tag 13). Was denken jetzt wohl die ganzen Tiere? Ich stelle mir das irgendwie ein bisschen wie in einem Disney-Film vor. Abends in der Dämmerung treffen sich Vögel, Hasen, Eichhörnchen, Füchse etc. und auch die freilaufenden Katzen, also auch Nil, im Wald. Ganz romantisch und heimlich auf einer Lichtung. Da sitzen sie dann auf Steinen und umgestürzten Bäumen, im Gras oder strecken ihre Köpfchen aus dem Laub am Boden. Und in der Mitte steht ein Hirsch – der Chef muss immer ein großes, beeindruckendes Tier sein.
Und jetzt sitzen die da alle und der kleine Hase sagt mit leiser, piepsiger Stimme „Hirsch, was ist denn da draußen los? Ich muss mich gar nicht mehr vor den Menschen verstecken. Da sind keine mehr. Sind die im Winterschlaf oder in den Süden geflogen, so wie die Vögel?“. Und die Hauskatzen freuen sich „Ja, super. Endlich gehören auch die Straßen uns. Aber uns ist schon aufgefallen, dass unsere Dosenöffner jetzt immer auf unserer Couch und in den Betten liegen. Ganz neue Sitten.“. Die Tauben wundern sich „Wir werden gar nicht mehr von den Menschen gefüttert oder verscheucht und überfahren wurde auch schon seit Tagen keine mehr von uns.“
Der Hirsch ist auch etwas ratlos, aber natürlich weise und besonnen „Freunde, ich kann es euch auch nicht sagen. Ich sehe die Menschen auch nicht mehr in Rudeln im Wald. Immer nur noch zwei oder nur einer der dann mit bunter Haut und rotem Kopf rumrennt als wäre der Wolf hinter ihm her. Genießt es, aber bleibt achtsam.“
Das könnte ich jetzt noch stundenlang so weiterspinnen, aber das führt wohl zu weit. Ich denke mal, für die Tiere ist es auch ganz nett, saubere Luft, nicht mehr so viel los, vielleicht auch nicht mehr so viel Lärm und Müll in den Wäldern.
Ach da fällt mir ein: Heute Morgen auf der Fahrt von Solingen nach Rommerskirchen habe ich an der letzten Abfahrt einen Fasan gesehen (Ja, ganz sicher. Ich habe es hinterher gegoogelt und das Tier sah exakt so aus, wie das Google-Bild-Ergebnis für das Stichwort Fasan). Er oder sie wanderte gerade über die Straße aufs Feld. Ich war so fasziniert, ich wäre fast in den Graben gefahren. Ist aber nix passiert ?

Ansonsten gibt es heute gar nicht so viel zu berichten. „TGIF“ oder „Hoch die Hände Wochenende“ würden wir wohl alle heute rufen. Aber gut. Nützt ja nix. Wochenende ist auch nicht mehr das, was es noch vor drei Wochen war.
Wir werden den Müßiggang genießen und spätestens Sonntag, wenn es den ersten Vorgeschmack auf den Sommer gibt, im Garten lümmeln. Also ich werde lümmeln, Timo hat bestimmt etwas zu tun ?

Für heute Abend ist auch nicht viel geplant. Timo hat seinen ersten virtuellen Kegelclub. Ob dann jeder bei sich zu Hause kegelt? Lustiger Gedanke. Aber nein. Kegelclub ist in diesem Fall eine andere Bezeichnung für Männer-Abend. Der findet normalerweise alle 4 Wochen bei einem der Clubmitglieder statt. Heute Abend sitzen die Jungs dann mit ihren Bierchen vorm Computer-Monitor oder Tablet und quatschen eben so über Jungs-Zeug.
Ich werde mir einen Mädels-Abend mit mir selbst und Netflix, wahlweise Disney+, gönnen. Also genau genommen ein Mädelabend. Es ist noch Wein von gestern Abend da und natürlich Eierlikörschokobohnen. In diesem Sinne hoch das Bier und die Eierlikörschokobohne! Euch allen einen schönen Abend.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.