Heute – an Tag 150!!!! – wieder etwas später und ich muss mich auch beeilen, denn lange bleibe ich heute nicht mehr wach. Es hat sich kurzfristig ergeben, dass ich morgen in Solingen an einem Seminar zum Thema „Kommunikation“ teilnehmen kann. Von daher muss ich morgen um 9.30 Uhr, eher etwas früher, in Solingen sein. Der Wecker wird dann wohl so gegen 7.45 Uhr klingeln.

Worüber ich im Laufe des Tages nachgedacht habe, ist der Vorfall in der Düsseldorfer Altstadt bzw. über das Video das dazu im Internet kursiert. Hintergrund: Die Polizei wurde in die Altstadt gerufen, weil eine Gruppe von 10 Personen randaliert hat. Dann kam der 15jährige (!!) dazu, hat den Einsatz gestört, die Beamten beleidigt, bedroht und vermutlich auch tätlich angegriffen. Daraufhin wollte die Polizei seine Daten feststellen, er zeigte sich nicht kooperativ – im Gegenteil – und wurde daraufhin festgesetzt, auf die Wache mitgenommen und dann seinen Eltern übergeben.
Der Punkt ist aber jetzt, dass von diesem Einsatz lediglich eine Video-Sequenz kursiert, die zeigt, wie ein Beamte den 15jährigen am Boden fixiert – mit dem Knie in dessen Nacken. Diese Szenen erinnern natürlich zunächst an das Drama um George Floyd in den USA.
Allerdings ist mittlerweile bewiesen, dass der Einsatz in Düsseldorf bzw. das Festsetzen lediglich 30 Sekunden gedauert hat. Und genau diese Sekunden werden jetzt verbreitet, interpretiert und kommentiert. Die Hexenjagd auf den Beamten und die (Düsseldorfer) Polizei hat begonnen. Das kann es ja eigentlich jetzt nicht sein. Keiner von uns und von denen die sich jetzt im Netz aufregen, beleidigen, drohen und verurteilen, war dabei. D. h. keiner weiß, was diesen 30 Sekunden voran gegangen ist.
Ich halte die Methode jemandem das Knie in den Nacken zu drücken, um ihn zu fixieren auch für fragwürdig, zumal drei Beamte vor Ort waren – da sollte man meinen, dass sie den Jungen in den Griff bekommen. Aber! Auf der anderen Seite ist es ja mittlerweile offensichtlich zum Volkssport geworden die „Bullen“ zu beleidigen und anzugreifen. Und da scheint es keine Grenzen mehr zu geben. Respekt und Anstand sind vollkommen verloren gegangen.
Keiner, außer den Beteiligten weiß, was die Polizisten dazu veranlasst hat den Jungen zu fixieren. Ich denke, hätte er nur ein bisschen gepöbelt – was an sich schon ätzend und unanständig genug ist – wäre es nicht so weit gekommen.
Von daher halte ich es für sehr fragwürdig, nun wieder eine Debatte rund um Polizeigewalt zu beginnen oder sogar Vergleiche zur amerikanischen Polizei zu ziehen. Für mich wären BodyCams definitiv eine Lösung. Wenn es nicht anders geht – dann eben Überwachung. So haben die Polizisten im Zweifel Beweise für die Gründe ihres Handelns und die ggf. schwarzen Schafe (auf beiden Seiten) würden sich ggf. gar nicht erst trauen mit Gewalt vorzugehen.
Wo kommt denn dieser Hass gegen die Polizei überhaupt her? Ich meine, diese Menschen beginnen jeden ihren Tag ihren Dienst um sich um unsere Anliegen, unseren Schutz, zu kümmern. Und niemand, egal welche Berufsgruppe, hat es verdient so behandelt zu werden. Ich würde mich auch nicht dauerhaft beleidigen, bedrohen, anspucken, mit Flaschen und Steinen bewerfen und schlagen lassen. Und wahrscheinlich müssen die Beamten all das bis zu einem gewissen Maß sogar aushalten. Trotzdem darf hinterher keiner rumbrüllen, wenn diese Beamte sich zur Wehr setzen und versuchen die Randale gegen ihre Person zu beenden. Denn ich denke nicht, dass in ihren Verträgen steht, dass sie die Punching-Bälle der Nation sind, die alles aushalten müssen, für alles verantwortlich gemacht werden und an denen jeder Vollidiot seinen Frust ablassen darf.

Warum ich so viel Zeit hatte nachzudenken? Hach – es musste geputzt werden. Letzte Woche war es mir einfach zu heiß, um auch noch die Hände in den Putzeimer zu halten und zusätzlich hat das Unwetter der letzten beiden Tage uns die halbe Birke ins Haus geweht. Also hab ich nach der Arbeit die Schweinchen sauber gemacht, überall gesaugt und gewischt und die Bäder geputzt. Und bei der stickigen, schwülen Luft war das echt kein Spaß. Ich musste etwas langsamer als gewohnt machen. Aber nützt ja nix – wir wollen es ja sauber und ordentlich haben.
Und ganz Hausfrauen-like habe ich im Anschluss den Staubsauger direkt gegen den Kochlöffel getauscht und unser Abendessen vorbereitet. Tadaaaaa – eine Quiche Lorraine.
Ein Mürbteig mit einer Füllung aus Ei, Milch, Creme fraiche, Gruyere (Käse), Zwieblen und Speckwürfeln. Nach 45 Minuten im Backofen hat man quasi eine Art herzhaften Käsekuchen. Sehr fein. Kann man mal machen – in der schönen Le Creuset Tarte-Form 😉
Dazu gab es einen einfachen Salat aus Salatherzen, Gurke und Möhre.
Und so sitzen wir jetzt satt und zufrieden auf der Couch im sauberen Wohnzimmer.

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