Guten Morgen. Ich nutze heute den Umstand, dass ich erst ab 11.30 Uhr arbeiten muss, um endlich mal wieder zu schreiben. Eine Woche hat es jetzt nichts Neues gegeben und dabei ist doch so viel passiert.

Das Wichtigste: Der Umzug ist geschafft. Vier Tage – von Freitag bis Montag – viel Arbeit, viel Schlepperei, viel sortieren, noch mehr Schlepperei und noch mehr sortieren und natürlich auspacken und zwei Haushalte zusammenführen. Nützt ja nix, das haben wir so gewollt 😊

An dieser Stelle erst noch einmal ein ganz großes, herzliches Dankeschön an die fleißigen Helfer. Ohne euch wären wir jetzt niemals da, wo wir jetzt sind. Sowohl räumlich als auch packtechnisch. Und verhungert wären wir auch. Und auch nochmal lieben Dank an Moni und Tom für den luxuriösesten und coolsten Umzugs-Lkw ever.

So, also Samstag war der große Tag. Umzug. Der ganze Pröddel – wobei es eigentlich (!) gar nicht so viel war – musste von Solingen nach Rommerskirchen (aka Roki). Um entspannte 11 Uhr war Treffpunkt in Solingen und ruckzuck ging es los. Um die Corona-Regeln einzuhalten, waren wir nicht zu viele, aber genug und vor allem ein paar starke Jungs für schwere Sachen wie Couch, Waschmaschine, Kühlschrank etc. Es dauerte dann auch gar nicht lange und der Lkw war wider erwarten pickepacke voll.
Es stand dann gleich noch ein Treffen mit meinem Vermieter und der Nachmieterin an und als auch das erledigt war, ging es gegen 14 Uhr auch schon los. Erste Station – noch in Solingen – die Wohnung meiner Schwester: hier ist mein Kleiderschrank untergekommen. Nächste Station – ebenfalls Solingen – die Wohnung meiner Eltern: hier sind zwei meiner geliebten Bücherregale untergekommen. Und dann ging es auf die Autobahn.
Fun Fact: Der Lkw ist bei 90 km/h gesperrt. Fährt also nicht schneller und wir haben festgestellt, dass das eigentlich ganz gechilled ist. In bester Trucker-Manier sind wir auf der rechten Spur ganz entspannt über die Bahn gefahren. Kann man mal machen.
Der nächste Halt war dann ein Ort vor Roki – Butzheim. Hier ist (vorerst) meine Couch untergekommen, die dann zum 1. 10.  in Angies neue Wohnung einzieht.
Ich muss sagen, darüber dass einige meiner Möbel so gut untergekommen sind, bin ich sehr froh. Warum ich sie nicht mitgenommen haben? Weil ich das Glück habe in einen fertigen Haushalt eingezogen zu sein und selbst wenn wir uns entschieden hätten meine Sachen hier unterzubringen und umzuräumen, es hätte auch farblich einfach nicht gepasst. Das ist schon alles gut so. Und ich darf mich ja in der obersten, noch unrenovierten Etage austoben 😉

Dann ging es zur Endstation, gegen 16.15 Uhr waren wir in Roki. Meine Schwester und ihr Freund waren netterweise aus Solingen mitgekommen und warteten schon im Garten – waren wohl schneller als wir 😊 Trotz aller Motivation stand aber erstmal eine kurze Pause an.

Ach, da fällt mir noch was ein: Wir wissen jetzt auch, wo die Besitzerin des Twingos wohnt. Es war nämlich so, dass vor dem Haus, hinter meinem Auto, wieder die lila Knutschkugel stand. Der Plan war, mein Auto wegzustellen und ohne den Twingo wäre die Lücke perfekt für den Umzugswagen gewesen. War jetzt erstmal nicht so. Also dachte ich mir, „Gehste mal los und klingelste mal, vielleicht weiß ja irgendwer, wo die junge Dame hingehört“. Es brauchte zwei Anläufe und zwei Häuser und ich wusste, wo sie zu finden ist. Ich klingelte also an dem mir genannten Haus und ein nettes Ehepaar öffnete mir die Tür. Wie Sherlock Holmes hatte ich vorab schon kombiniert, dass die Dame hier wohnen muss, da die Initialen auf ihrem Kennzeichen „JH“ zu einem nachträglich angebrachten Klingelschild passten.
Die Herrschaften waren wirklich sehr nett und tatsächlich ist die Twingo-Lady die kürzlich eingezogene Freundin des Sohnes. Aha! Hmm, dann werden wir den schlecht geparkten Twingo wohl nie los (hab ich nur gedacht, nicht gesagt). Auf meine Frage, ob man den Twingo wegen des Umzuges wegstellen könnte, teilte man mir mit, dass besagter Sohn samt Freundin sich gerade auf dem Rückweg von Berlin befindet, der Twingo-Schlüssel irgendwie auch. Blöd. Aber der Herr des Hauses versprach mir Kontakt zur TL aufzunehmen, um nach einem Zweitschlüssel zu fragen. Lange Rede, kurzer Sinn: Genau das hat dann auch geklappt. Zehn Minuten später konnte der Twingo weggesetzt werden und mein Lieblings-Trucker hat den Lkw perfekt vor dem Haus abgestellt.
Nach weiteren 15 Minuten Müßiggang haben wir dann wieder losgelegt, denn mittlerweile war es auch schon 17 Uhr und die nächsten Helfer trudelten ein.
Und irgendwie war mir klar, dass das Ausladen und im Haus (EG, 1. und 2. Stock) verteilen nochmal eine große Anstrengung werden. Wieder waren es die starken Männer, die die schweren Teile ins Haus buchsiert haben. Den Kühlschrank in die Küche, die Waschmaschine und einige Regale, die schmale Treppe hinab in den Keller und die doch recht schwere Malm-Kommode in den 1. Stock ins Badezimmer. Der „Rest“ waren Kisten, Bilder, Tüten und und und.
Irgendwann war es geschafft und wir auch. Der Lkw war leer und ausgefegt.
Noch ein Feierabend-Bierchen und Grillwürstchen für alle und der Tag war geschafft.

Für Sonntag hatten wir uns eigentlich vorgenommen mal richtig durchzuschnaufen und nichts zu tun. Der Plan hat nicht funktioniert. Aber das kennt ihr bestimmt selbst: Da stehen dann die Kisten überall verteilt, das ist nicht schön. Und eben mein innerer Monk hat mir dann auch die Kraft gegeben sämtliche Kisten aus dem Erdgeschoss auszupacken und deren Inhalt zu verräumen oder sogar noch auszumisten. Ich kann euch sagen – zweimal Geschirr, Gläser, Tassen und und und, ist echt ne Menge. Timo hat dann auch fleißig mit bei seinen Sachen ausgemistet und am späten Nachmittag war es dann geschafft. Im EG standen keine Kisten mehr, alles war einsortiert bzw. ausgemistet, mein Kühlschrank hatte Timos alten ersetzt und wir waren sehr, sehr hungrig.
Also haben wir schnell den geliehenen Lkw zurück gebracht und uns ein leckeres Abendessen in der Klosterschenke gegönnt.
Montag sah dann ähnlich aus. Die Solinger Wohnung sollte endgültig und komplett ausgeräumt werden. So wurden es dann zwei große Fuhren Sperrmüll und nachdem alle letzten Kleinigkeiten wie Putzzeug, Klappstühle, Leiter und Kleinkram verladen waren, nochmal ein volles Auto. Zum Glück konnten wir uns hierzu wieder den großen Geländewagen von Timos Vater ausleihen, der war wirklich Gold wert. Wir haben es sogar noch geschafft bei Ikea anzuhalten und neue Bücherregale, Boxen für den Keller und eine schöne, neue Lampe für mein künftiges Büro zu kaufen und zu verladen. Allerdings saß ich dann auch im Schneidersitz auf dem Beifahrersitz, weil einiges bei mir im Fußraum unterkommen musste. Letzte Amtshandlung war dann noch das Ausladen und damit war dann endgültig Feierabend. Nach erneut 10 Stunden Arbeit waren wir nun endgültig am Ende unserer Kräfte.

Ich muss sagen, dass ich am Dienstag und gestern dann wirklich froh war, dass ich „nur“ meiner Büro-Arbeit nachgehen musste. Nichts schleppen, nichts sortieren, umorganisieren und einräumen. Wobei so ganz ohne konnten wir dann auch nicht. Man räumt im Vorbeigehen dann doch immer noch etwas weg oder um. Denn es stehen noch viele Kisten in den oberen Etagen und der Keller muss auch sortiert werden (aber den sieht man ja zum Glück nicht 😉). Allerdings muss hierfür ganz oben auch erst alles fertig gemacht werden, um dann endgültig alles auspacken zu können. Das passiert jetzt Step by Step. Ich weiß, dass wir beide keine Unordnung mögen und auch Spaß an so etwas haben, von daher bin ich zuversichtlich, dass es doch recht zügig voran gehen wird. Aber, wie gesagt, da hier vorher ja schon alles „fertig“ war, müssen wir nicht auf und aus Kartons leben.

Soviel also zum großen Umzug. Ich muss ehrlich sagen, dass ich Nachrichten-technisch gar nicht so viel mitbekommen haben. Gestern beim Joggen hab ich dann aber mit einem halben Ohr gehört, dass das Trumpeltier versuchen will per Dekret die Kandidatur von Joe Biden zu verbieten. Aha! Ja, nee is klar. Wahrscheinlich wird er demnächst anregen, dass man einen Impfstoff gegen Demokratie erfindet. Unfassbar.
Tja und dann natürlich die steigenden Infektionszahlen und immer mehr und neuen Risikogebiete. Städte, deren Oberbürgermeister ihre Bürger aufrufen vernünftig zu sein und mit hohen Bußgeldern drohen, wenn es anders nicht geht. Oh Mann. Und demnächst stehen auch noch die Herbstferien an. Das ist nicht gut. Gar nicht gut.
Ich merke bei mir selbst auch, dass ich manchmal vergesse, womit wir es gerade zu tun haben. Z. B. sagte ich letztens zu Timo, dass wir unbedingt ins Kino müssen. Aber auch das ist ja gerade nicht mehr nur mal eben. Oder verreisen und wenn es nur übers Wochenende ist – nein, lieber nicht. Und genau das dürfen wir nicht: Vergessen. Ich habe den Eindruck das Virus brodelt weiterhin gefährlich unter uns und es dauert nicht mehr lange und der „Kessel“ fliegt uns um die Ohren.

Zum Abschluss gibt es jetzt aber noch eine gute Nachricht: Heute in 3 Monaten ist Weihnachten 😉 Ach, und ich denke, ich werde mich heute im Dr. Oetker Back-Club anmelden.

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