Jetzt ist die Woche schon wieder rum. Wahnsinn, die letzten 8 Monate sind an mir vorbeigeflogen und doch ist so viel passiert. Krasses Jahr. Viele Veränderungen, viele Neuerungen, viel Ungewohntes.
Manchmal ist es eben so. Dinge ändern sich, Umstände ändern sich, man selbst verändert sich. Gerade heute Morgen, nach einem gestern extrem emotional anstrengenden Tag, habe ich beschlossen, dass ich mich ab sofort auf mich und das Hier und Jetzt konzentrieren möchte. Ich möchte nicht mehr so viel zu nah an mich heranlassen, mich nicht mehr ewig und drei Tage mit Dingen beschäftigen, mir die Zeit schwer machen, mir Schlaflosigkeit bereiten lassen. Timo immer und immer wieder etwas erzählen, wo er zu Recht sagt „Aber du kannst es (jetzt) nicht ändern. Lass doch gut sein.“, oder „Warte ab, das findet sich schon.“, „Akzeptier es doch einfach.“, oder auch „Jetzt machst du dem Versicherungsheini mal eine Ansage, irgendwann ist Schluss mit nett.“ Er hat ja Recht.
Sowohl die gestrige Nacht und der Tag waren für mich sehr, sehr anstrengend und das meine ich nicht körperlich. Psychisch und emotional bin ich da wirklich an meine Grenzen gestoßen und war abends vollkommen erschöpft und da ich bei solch einem emotionalen Stress und so viel Aufregung auch gleich jeden Muskel unter Dauerspannung setze, war ich am Abend entsprechend verspannt. Und das tut mir einfach nicht gut. Weder physisch noch psychisch. ICH WILL DAS NICHT MEHR!
In den letzten Jahren habe ich mich immer und immer wieder damit auseinandergesetzt und mir Ratschläge und Tipps geben lassen, wie man sich einfach mal von genau diesem psychischen Stress – der ja oftmals haus- bzw. selbstgemacht ist – befreien kann. Aber es ist eben wirklich schwer. Ich bin ja dann doch immer harmoniebedürftig, will es irgendwie jedem recht machen und unnötige Konflikte vermeiden. Aber das geht eben nicht immer und vor allem, habe ich gemerkt, dass das Ganze dann am Ende immer auf meine Kosten geht und ich somit auch meine Mitmenschen belaste, wenn ich einfach keine Ruhe finde und nicht abschließen kann.
Ich habe für mich beschlossen, dass ich akzeptieren muss, wenn mir Dinge und Situationen – manchmal vollkommen banale Sachen – nicht gut tun und ich dann auch nicht bis aufs Blut für eine Lösung kämpfen oder eine finden muss, wenn der Kampf einseitig ist oder ich mich in einem ewigen „wie stell ich es jetzt am besten an, damit niemand enttäuscht ist“-Kreislauf befinde, denn das bringt mich persönlich kein Stück weiter. Im Gegenteil. Genau wegen solchen Kämpfen und Gedankenschleifen liege ich dann nachts wach, beiße meine Zähne so hart aufeinander, dass ich mittlerweile eine Beißschiene tragen muss und bin regelmäßig im Schulter-Nacken-Bereich extrem verspannt. Das Gedankenkarussell gibt dann einfach keine Ruhe. Das ist bis zu einem gewissen Grad normal, denke ich, aber wenn die Gedanken immer und immer wieder kommen und immer um das gleiche Thema kreisen, den Alltag negativ beeinflussen und man doch eigentlich nichts ändern kann, dann muss man von dem Karussell abspringen und einen anderen Weg einschlagen.
Ich meine man muss sich mal die Frage nach dem „Warum?“ stellen. Natürlich nehme ich Rücksicht auf meine Mitmenschen, ich bin hilfsbereit und habe Respekt, kümmere mich gern um alles Mögliche und bin verantwortungsbewusst und zuverlässig. Ich bin also im Großen und Ganzen gesellschaftsfähig 😊 Aber! Am Ende geht es doch auch um mich, ich bin es doch, die dieses Leben lebt und ich darf mich darin auch wohlfühlen und da muss man eben auch Entscheidungen für sich treffen und das auch dann, wenn diese Entscheidung nicht jedem gefällt. Egoismus. Ich verstehe gar nicht, warum dieses Wort immer irgendwie negativ belastet ist. Egoismus ist gesund. Egoismus ist wichtig. Ich denke, ihr wisst alle, welche Art von Egoismus ich meine. Und meine Gesundheit, sowohl physisch als auch psychisch, ist mir wichtig. Und das was gestern mit mir passiert ist, dass ich gezittert habe, innerlich unruhig war und meinen Puls gefühlt nicht unter Kontrolle bekommen habe, das war definitiv nicht angenehm. Ich wäre am liebsten in den Garten gegangen und hätte ganz laut geschrien, einfach alles rausschreien. Aber da hat mir dann doch der Mut gefühlt. Drinnen brüllen ging nicht, die Katze hat geschlafen 😊
Und ich denke, dass es genau diese Signale des eigenen Körpers sind, auf die man hören sollte – über die man froh sein sollte, dass es sie gibt. Nicht ohne Grund gibt es diverse Botenstoffe in unseren Gehirnen, die signalisieren „Hey, du da! Was is‘n da los?! Mach mal langsam, hier laufen die Maschinen heiß.“
Ich habe exakt diese Signale sowohl psychischer als auch physischer Art in den letzten 10 Jahren schon ignoriert oder nicht ernst genommen. Und die Quittung in Form eines Fast-Burn-Out und eines Bandscheibenvorfalls in der Halswirbelsäule habe ich dann auch prompt bekommen. Und das lässt sich alles vermeiden, wenn man auch einfach mal an sich denkt und das tut was man selbst für richtig hält. Das darf man! Das muss man!
Und ich werde mich jetzt auf meine neue Lebenssituation konzentrieren und die genießen. Den Umbau der oberen Etage und das was wir daraus machen und ich habe mir ganz fest vorgenommen, dass es ganz wunderbar werden wird. D. h. natürlich nicht, dass ich alles andere ignorieren werde, aber ich werde versuchen mich ab sofort konsequent von allem fern zu halten, was mich belastet. Gedanken und Situationen, die mir über die Bettdecke laufen wollen, müssen ab sofort draußen bleiben und dürfen, wenn überhaupt, nur tagsüber in meine Sprechstunde, aber dann auch nur um es dann entsprechend zu lösen. Und wisst ihr warum?! Weil es mein verdammtes Recht ist!

So, genug davon. Schließlich habe ich ja gerade erst beschlossen, dass ich nicht mehr länger als nötig im Gedankenkarussell fahren werde. Ich gehe jetzt auf meinen Wegen, die ich mir aussuche – die dürfen auch mal holperig oder falsch sein, aber dann entscheide ich, ob ich umkehre oder das Hindernis umgehe oder überwinde.

Was gibt es sonst so Neues? Hmm, wir haben einen neuen Mitbewohner. Denn – es nützt ja nix – Weihnachten rückt immer näher. Find ich auch irgendwie doof. Aber es ist wie es ist. Und da es uns in letzter Zeit immer wieder in den Baumarkt verschlägt, lässt es sich mittlerweile nicht mehr vermeiden an einer glitzernden Winter-Wunder-Weihnachts-Artikel-Welt vorbei zu gehen. Naja und da stand er dann: Le Edgar. Ein Rentier auf einem Metallgestellt das dafür sorgt, dass er immer so lustig wackelt. Benannt haben wir ihn nach einem kleinen Jungen, den wir auf einer Tagestour auf Teneriffa kennengelernt haben. Aber Edgar wird jetzt erst nochmal in den Keller einziehen. Der kommt erst Anfang Dezember zusammen mit Hansi wieder an die Luft 😊

Ah und wir feiern seit zwei Tagen die aktuelle Playlist auf WDR 4. Die spielen da seit Mittwoch oder Donnerstag die 444 besten Hits der 60er, 70er und 80er. Mega! Das macht echt Spaß. Ja, so alt sind wir noch nicht, aber wir kennen eben auch viele der Lieder von unseren Eltern. Eben im Auto erst haben wir „Er gehört zu mir“ mitgesungen oder gestern „Looking for Freedom“, „Ein bisschen Frieden“ und und und. Ach und „Mama“ von Heintje, der Knaller. Das macht echt Spaß. Wenn ihr also was fürs Wochenende braucht – die Moderatoren sagten, dass man sich die Playlist auf der WDR-Hompage herunterladen kann.

So, ich werde jetzt mal fertig. Wir müssen nämlich auch heute Abend noch kurz in den Baumarkt. Wir haben uns jetzt wieder angewöhnt, wenn überhaupt einkaufen, dann immer so spät wie möglich, um auf so wenige Menschen wie möglich zu treffen. Besonders im Baumarkt ist das wirklich effektiv, da man dann wirklich sehr viele Mitarbeiter in freier Wildbahn antrifft und dann unkompliziert und schnell nach Hilfe fragen kann. Solltet ihr trotzdem mal keinen finden, sucht im Kassenbereich. Das hat uns letztens eine Kassiererin erklärt. Die Mitarbeiter halten sich kurz vor Feierabend genau dort auf, da sie auf ihr Feierabend-Go warten.

Ich habe jetzt auch ein Go bekommen – also ab ins Männerparadies.
Euch allen ein schönes Wochenende und passt gut auf euch auf.

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