Nachdem ich es heute Morgen aus dem Bett ins Bad und dann nach unten in die Küche geschafft hatte, habe ich direkt mal nachgesehen, was sich hier auf meiner Seite so getan hat. UND – ich habe mir selbst den Link zu „Freude schöner Götterfunken“ des Polizei-Orchesters angesehen.
Und da war es wieder, dieses Gefühl. Da habe ich gemerkt, dass wir uns irgendwie an die aktuelle Situation gewöhnt haben. Ja, dass wir schon fast vergessen haben, was los ist. Und das hat mich dann wiederum total umgehauen. „Oh Mann! Wie krass ist das alles.“ Unfassbar, was da gerade in der Welt los ist. In der ganzen Welt! Und wir stecken mittendrin. Das ist jetzt keine Krise irgendwo auf der Welt, die uns zwar ggf. betroffen macht, aber nicht betrifft. Die wir nur in den Nachrichten ein paar Tage verfolgen. Nein, das ist unsere Krise. Und nur wir – alle zusammen – können sie bewältigen.
ABER! Und das müssen wir uns immer wieder vor Augen führen! Wir in Deutschland, müssen quasi „nur“ eine Luxus-Krise überstehen. Was fehlt uns denn? Im Grunde doch nichts. Wir leben immer noch im Konsum-Überfluss. Haben mit Sicherheit mehr als einen Schoko-Osterhasen. Im Ernst. Bei den meisten von uns sind die Kühlschränke wie gewohnt gefüllt, wir haben ausreichend Wasser. Vor allem profitieren wir hier in diesem Land von einer gesicherten medizinischen Versorgung und von einer Politik, die derzeit eine Menge in Bewegung setzt, um unsere Arbeitsplätze und Wirtschaft zu sichern. Mir ist schon klar, dass es nicht für alle gut ausgehen wird, aber im Großen und Ganzen ist das schon ein riesiges Ding, was da auf die Beine gestellt wird. Trotzdem wundere ich mich auch ab und an, wie schnell doch jetzt alles voran gehen kann.
Aber, so ist es ja immer. Was können die Deutschen besonders gut: Jammern auf höchstem Niveau.
Wir haben Berichte aus Südamerika gesehen. Die Menschen sind auch von der Corona-Krise betroffen, aber die Menschen dort haben keine Supermärkte mit zig verschiedenen Sorten Brot, Wurst, Käse, Wein, Schokolade, keine gefüllten Lagerhallen. Die Menschen dort sind froh, wenn der Dorf-Brunnen wenigstens ein paar Liter sauberes Wasser liefert. Von einer medizinischen Versorgung ganz abgesehen. Und mit Sicherheit, werden die Menschen dort auch nicht so umfassend aufgeklärt und geschützt. Viele werden gar nicht wissen, was eigentlich los ist.

„Demut“ ist hier wohl das richtige Stichwort. Wir müssen alle lernen wieder dankbar zu sein.

Ja, die sozialen Kontakte fehlen. Aber mal ehrlich, auch dafür gibt es Lösungen: FaceTime, Skype, Briefe, Bilder – wir können ohne Limit Fotos und Videos via WhatsApp und social media verschicken und verbreiten. Natürlich tun mir alte Menschen leid, die jetzt keinen Besuch im Heim haben dürfen oder Menschen, die auch ohne Corona schon ein einsames Leben geführt haben. Aber auch hier haben sich die Gemeinden schon viele Dinge ausgedacht, um diesen Menschen ein bisschen Halt zu geben. Z. B. werden Kinder aufgerufen, Bilder zu malen und Briefe zu schreiben. Die kann man dann bei der Gemeinde abgeben und von da aus werden die Werke an einsame Menschen verteilt.

Na klar, ich treffe mich auch lieber persönlich mit Freunden und quatsche, trinke ein Glas Wein, würde gerne wieder mit Freunden und Familie Grillen, lachen und Spaß haben. Ich möchte auch gern wieder jeden Tag ins Büro, durch den Verlag gehen, mit den Kollegen die Arbeit bequatschen und mich auf Messen über unsere Kunden ärgern, die meinen, weil sie Abonnenten sind, stehen ihnen 10 Kugelschreiber zu. Da ist es wieder das Luxus-Problem. Bzw. das was manche Menschen meinen, was ihre Rechte sind.
Nützt ja nix. So is es grad und der Verweis auf unsere Grundrechte beeindruckt dieses Virus höchstwahrscheinlich nicht.
Zum Glück haben wir ein Grundgesetz, dass unsere Rechte ganz klar definiert. Auch da gibt es weltweit ganz andere „Zustände“. Natürlich haben wir das Recht uns frei zu bewegen, uns zu treffen mit wem wir wollen. Aber momentan ist es eben extrem ungesund und gefährlich, sich wie gewohnt im Park oder Shopping-Center mit seinen Freunden zu treffen. Und wenn ich dann lese, dass es Menschen gibt, die mit dem Pochen auf ihr Recht, die Gerichte beschäftigen – na dann platzt mir doch die Hutschnur! „Alter, was verdammt nochmal hast du nicht verstanden? Das ist auch deine Gesundheit, die man mit diesen Maßnahmen versucht zu beschützen.“
Oder einige Kirchen, die auf den normalen Gottesdienst und das Versammlungsrecht in der Kirche bestehen, weil die Menschen die Nähe zu Gott und ihren Glauben brauchen. Sorry, aber auch Gott und dein Glaube können dich nicht vor einer Ansteckung beschützen. Und ich habe im Religionsunterricht gelernt (Anmerkung von mir: Ich hatte Religion als 4. Abiturfach!), dass Gott überall ist und ich meinen Glauben, das ist ja das praktische, immer bei mir habe.
Ich will mich nicht über Gott und Christen lustig machen. Aber schon in der Schule habe ich mich mit einem Referenten von „Jugend für Christus“ angelegt, der mir sagte, dass junge Mädchen, die von ihrem Vergewaltiger schwanger sind, Trost in der Kirche und der Bibel finden. Selbst hungernde Menschen fänden Hilfe in der Bibel. Halte ich weiterhin für fragwürdig.
Ich denke, dass der Glaube Menschen Hoffnung geben kann, aber die praktische Hilfe für z. B. die o. g. Mädchen oder hungernde Menschen, leisten die vielen Ehrenamtler in den Gemeinden. Die sind jetzt mit mobilen Suppenküchen unterwegs und versorgen die Obdachlosen und Armen. Die kümmern sich um Behördengänge und Anträge für junge Frauen und bringen sie in Mutter-Kind-Heimen unter.
So, jetzt habe ich mich wieder ein bisschen reingesteigert und merke auch selbst gerade wieder: Alles hat zwei Seiten, aber der gemeinsame Nenner sollte „Demut“ sein.

Genug der Ernsthaftigkeit. Während ich hier so schreibe, habe ich die ganze Zeit das Gefühl, ich sollte den Kopf einziehen und hinter der Couch in Deckung gehen. Als wäre ich zwischen die Fronten bei einem Bandenkrieg geraten oder Timo ist doch schwach geworden und dem hiesigen Schützenverein beigetreten.
Fast – er hatte heute Morgen Lust zu zocken und hat sich „Grand Theft Auto 5“ für seine Playsi runtergeladen. Jetzt brettert er wie ein Irrer durch Los Santos. „Leiht“ sich Autos, legt sich mit Drogenbossen an, verfolgt den Tennislehrer seiner untreuen, virtuellen Frau und hängt mit seinen Homies Lamar und Michael ab. Und ich kann euch sagen, die haben eine Ausdrucksweise. Richtig was los hier im Wohnzimmer.
Ein klassischer Sonntag. Sonntag 2.0.

So, Achtung! Wer die Quiz-Frage von gestern (Tag 23) noch nicht beantwortet hat. Hier kommt jetzt die Lösung – die Gemeinsamkeit von Mogli, Pumuckl, den Ägyptern und dem Eitelkeitsschlumpf ist: das Ü-Ei. Alle genannten Charaktere waren bzw. sind wertvolle Ü-Ei-Figuren. An die Schlümpfe und Pumuckl kann ich mich auch erinnern. Ich meine sogar, dass ich selbst auch Schlümpfe und einen Pumuckl mit verbundenem Daumen hatte. Ich weiß auch noch, wie es früher war, wenn man morgens um 4 oder 5 Uhr zum Solinger Zöppkesmarkt (traditioneller Solinger Kram- und Trödelmarkt immer am ersten Wochenende im September) gefahren ist, weil man da selbst einen Trödelstand hatte, um alte Klamotten zu verkaufen und sein Taschengeld aufzubessern. Schon kurz nachdem man mit dem Auto angekommen war und nur die Kofferraumklappe geöffnet hatte, standen die ersten Ü-Ei-Figuren-Jäger mit Taschenlampen vor dem Kofferraum und hofften auf ganz seltene Figürchen.
Ohne es zu ahnen, war ich der Lösung gestern recht nah. Zuerst dachte ich die Gemeinsamkeit wäre, dass es alles Waisenkinder sind. Also Mogli und Pumuckl. Und die Ägypter hatten in Moses ein vermeintliches Waisenkind gefunden. Aber dann passte der Schlumpf nicht mehr ins Bild. Den habe ich dann mal gegoogelt um ihn mir anzusehen. Und da bin ich tatsächlich auf eine Seite gestoßen, auf der Stand, dass diese Schlumpf-Figur aus dem Ü-Ei sage und schreibe 3.600 € wert ist. Aber eine Verbindung mit den anderen Begriffen habe ich nicht erkannt.

Wir werden gleich mal eine Runde an die frische Luft gehen. Ich drehe sonst durch. Nützt ja nix. Ein bisschen muss ich mich jeden Tag bewegen. Eigentlich hatte ich mir für heute eine YouTube-Trainingseinheit vorgenommen, aber ich kriege den Hintern nicht so richtig hoch. Morgen dann wieder. Morgen habe ich nämlich noch frei. Da diese Woche für mich die Kurzarbeit beginnt und ich aufgrund des Feiertags heute, diese Woche nur 10,5 Stunden arbeiten darf. Ich habe mir ganz fest vorgenommen, einen normalen Alltags-Rhythmus einzuhalten. D. h. unter der Woche spätestens um 22.30 Uhr ins Bett und den Wecker wie üblich auf kurz nach 8 gestellt, auch wenn ich erst ab 11.30 Uhr arbeite.

Also, sobald Timo gleich die nächste Karre geschrottet hat ? gehen wir spazieren und danach wird gekocht. Wir haben noch ein schönes Roastbeef. Das bekommt eine Senf-Kräuter-Kruste und dazu gibt es Ofenkartoffeln. Darauf freue ich mich schon.
Euch allen noch einen schönen Sonntag 2.0.

Oh, ich habe grad gelernt, dass Timo die Karre nicht geschrottet, sondern in der Garage abgestellt hat. Und, dass das ganze Spiel aus ganz vielen Raubüberfällen besteht, weil sein Charakter einem Gangsterboss 2,5 Millionen Dollar für ein zerstörtes Haus (da versteckte sich der übergriffige Tennislehrer) schuldet. Und ich könnte sogar mitspielen, per App den Hund trainieren. Ihr seht, es ist noch eine Menge zu tun ?

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