Da ist er, der erste Tag im HomeOffice. Pflichtbewusst habe ich mir meinen Wecker auf 8.30 Uhr gestellt, damit ich auch wirklich pünktlich im neuen „Büro“ ankomme. Mein innerer Wecker hat aber schon um kurz vor 8 geschrillt.
Na, was solls. Nützt ja nix. Dann kann ich auch eben die Auflaufform von gestern Abend noch spülen, mir wie immer eine Kanne Tee machen und mein Müsli für 11 Uhr vorbereiten. Ja, 11 Uhr. Ich will alles so normal wie möglich beibehalten. Ich mache nämlich so eine Art Intervall-Fasten light. D. h. ich esse erst ab 11 Uhr und bis spätestens 19 Uhr. Light, weil ich mich zu nichts zwinge. Aber diese Taktung passt ganz gut in meinen Alltag. Also den normalen.

Da ich natürlich bis eben gearbeitet habe, ist das jetzt ein Rückblick auf den ersten Tag im Esszimmer-Büro. Ich habe es hier wirklich gut getroffen, ein riesiger Schreib(Ess-)tisch, ein großer Monitor, eine normale Tastatur und Maus – ich muss mich also nicht mit dem fummeligen Touchpad abmühen.
Entgegen meiner Erwartungen habe ich wirklich viel zu tun gehabt und es deutet sich auch an, dass das noch ein Weilchen so bleibt. Das beruhigt mich sehr, denn nicht nur, dass die HomeOffice-Situation komplett neu und doch noch etwas ungewohnt ist, die Sorge, dass einfach gar nichts mehr zu tun ist war schon da. Und irgendwie muss mein Kopf das erst verinnerlichen: Du bist zwar zuhause, aber du bist ganz normal auf der Arbeit.
Und es klappt alles wunderbar. Die Technik läuft vollkommen problemlos und irgendwann ist mir dann auch eingefallen, dass ich mich jetzt an meinem privaten Handy mit ST, RGA oder B. Boll Mediengruppe melden muss – ist ja quasi mein Büro-Anschluss.

Der Vorteil von HomeOffice ist definitiv: kein Dress-Code.
Nicht, dass ich täglich (oder jemals) wie ein Banker im Kostümchen zur Arbeit gehen müsste, aber heute sitze ich tatsächlich in einer ziemlich großen, schwarzen Joggingbuchse und einer Kapuzenjacke vor meinem Monitor. Zur Krönung des eher legeren Outfits trage ich die opulenten, ultrakuscheligen, roten und mit Glitzerfäden durchzogenen, selbstgestrickten Socken meiner Oma. Und nein! Ich habe gerade nicht übertrieben. Im Gegenteil.
Mit einem Foto meines Arbeitsplatzes und besagter Socken habe ich auch gleich die Kollegen über mein HomeOffice und die neue #casualchallenge auf unserem internen Facebook-Profil informiert. Unter dem Socken-Foto war wirklich ein Wow-Smiley dabei – der mit dem weit aufgerissenen Mund. Versteh ich gar nicht.
Alles in allem würde ich sagen, ein guter erster Tag im HomeOffice und nach kurzer Zeit schon gar nicht mehr so ungewohnt.

Ungewohnt war eher eben der Mann, der plötzlich draußen vor dem Fenster stand. Er stieg aus einem Auto aus, blieb auf dem Bürgersteig direkt vor dem Esszimmer-Fenster stehen und guckte am Haus entlang. Von oben nach unten, von unten nach oben. Irgendwann entdeckte er mich hinter einem der Fenster und wir spielten Indianer-Blick. Ich habe gewonnen.
Und dann stand er weiter da, stand da und guckte. Rauchte eine Zigarette und spuckte (!!!!!) auf die Straße. Eine Marotte, die ich auch ohne Corona absolut widerlich finde.
Also habe ich schnell Timo in seinem Büro über mir angerufen. „Siehst du den Typen da draußen?“, „Ja, der rotzt auf die Straße.“, „Und der guckt die ganze Zeit. Was will der denn?“.
Wir haben es bisher nicht rausgefunden. Irgendwann ging er wieder zu seinem Wagen und der Fahrer des Fahrzeuges stieg auch aus. Und dann sind die zwei losmarschiert. Vielleicht irgendwelche Vertreter oder vielleicht doch Betrüger? Oder Vertreter-Betrüger?? In diesen Zeiten auf jeden Fall komisch. Definitiv löst es DAS Gefühl aus.

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