Meine Herren, ich kann euch sagen, der Tag fing heute alles andere als entspannt an. Wir wurden von einem schrillen und für mein Empfinden sehr lautem „RRRRIIIIIINNNNNNGGGGG“ aus dem Schlaf gerissen. Timos Türklingel. Die ist echt zum Abgewöhnen. Kennt ihr das Telefonklingeln in alten Filmen – genau so, nur so richtig laut.
Es schrillte also so laut, dass ich innerhalb des Bruchteils einer Sekunde aufrecht im Bett saß. Timo ist da dann erstmal vollkommen cool „Um die Uhrzeit mache ich nicht auf.“. Ich schon. Es war 7.53 Uhr. Ich habe mich also in meine Bettdecke gehüllt und bin schlaftrunken und vollkommen unter Schock, zum Glück unfallfrei, die Treppe runtergelaufen und habe die Tür geöffnet. Da standen nun zwei Männer, einer etwas jünger, einer etwas älter. Der jüngere mit einer Kladde im Arm, der ältere mit einer Handwerkerhose. Und die haben mich und meine Bettdecke etwas verwirrt angesehen, ich könnte mir auch vorstellen, dass ich etwas schläfrig aus der Bettwäsche geguckt habe. Aber!!! Meine Haare waren immer noch absolut fluffig und umschmeichelten meinen müden und verwirrten Gesichtsausdruck!
„Ähh, guten Morgen. Wir sind von der Firma XX und wollten uns mal den Parkettboden ansehen.“. Ich wusste zwar, warum sie das tun sollten und dass das bei Timo irgendwann mal Thema war, aber von einem Termin wusste ich nichts. Und jetzt sortiert diese ganzen Informationen mal, wenn ihr nur körperlich anwesend seid und das Gehirn noch auf dem Kopfkissen liegt. „Ähh ja, keine Ahnung. Moment, ich gehe das mal klären. Setzen sie sich vielleicht so lange in den Garten.“ „Ja, okay, wir sind in 5 Minuten wieder da.“.
Ich bin also wieder nach oben gestapft und habe ein knurriges Etwas im Bett vorgefunden. Timo ? Nützt ja nix. Die Informationen musste ich loswerden. Und auch wenn ich absolut parteiisch bin, kann ich mir trotzdem sicher sein, dass wenn Timo sagt, dass er keinen Termin mit der Firma hat, das auch so korrekt ist. Der letzte Kontakt zu der Firma, wegen eines Angebots, war vor 6 Monaten und dann kam nie wieder etwas von denen.
Also sind wir ins Bad, haben uns die Zähne geputzt und etwas angezogen. Und dann hatte Timo seinen Auftritt. Wie Evita Perón stand er auf seinem Balkon und hat den Herren erstmal die Wacht angesagt. Sehen und hören Sie heute: „Don’t ring for me before coffee.“  Er klärte die beiden darüber auf, dass es keinen Termin gibt, dass er sehr ungern zu dieser Zeit aus dem Bett geklingelt wird und dass vor dem ersten Kaffee schon mal gar nichts geht. Bestimmt, aber höflich. Wäre ich nicht im Bad sondern unten bei den Handwerkern gewesen, ich hätte ihm zugejubelt.
Die beiden Handwerker haben sich dann in ihr Auto verkrümelt und noch 5 Minuten später sind sie einfach weggefahren. Ohne eine Nachricht oder sonst irgendwas.
Mittlerweile hat sich die Firma wieder hier gemeldet. Eine kleinlaute Disponentin hat sich mehrfach entschuldigt, dass sie wohl vergessen hatte, Timo den Termin zu nennen. War ihr furchtbar unangenehm. Naja, hat sich eh erledigt. Nach 6 Monaten brauchen wir die nun auch nicht mehr.
Zumal die auch vollkommen ungeschützt vor unserer Tür standen. Ich gehe irgendwie davon aus, dass Handwerker auch mit Mundschutz zu einem nach Hause kommen sollten. Aber gut, das Ding ist durch.

Apropos Masken. Unsere wurden heute endlich geliefert. Ich habe der Postbotin das Paket quasi vom weit ausgestreckten Arm weggerissen. Und ich muss sagen, die sind wirklich gut verarbeitet. Schöne Farben, so ein biegbarer Bügel, dass man die Maske an der Nase anpassen kann und ein angenehmer Stoff. Ab sofort sind wir dann nur noch inkognito unterwegs.
Timo sagte auch gleich: „Los, wir gehen zu IKEA und in den Baumarkt und nach Roermond und wir fahren in den Urlaub.“. Nee, leider steht uns die Welt auch mit Masken noch nicht wieder offen. Wir gehen weiterhin nur in den Supermarkt, aber jetzt auch noch mit Masken geschützt. Quasi wie Superhelden, wie Batman und Robin ? Das sollte man den Menschen vielleicht mal so beibringen. Auch ohne, dass es von der Politik und den Ländern als Pflicht vorgegeben ist, macht man auf jeden Fall nichts falsch, wenn man sich und andere mit den Masken schützt. Und wenn wir jetzt schon wieder in den Genuss von vielen geöffneten Läden kommen, ist das doch das Mindeste an Respekt gegenüber den Mitarbeitern im Einzelhandel. Denn selbstverständlich finde ich das nicht, dass sie sich jeden Tag der Gefahr einer Infektion aussetzen, die die Kunden nun mal mit sich bringen.
Jetzt gerade wehen die Masken neben mir am Wäscheständer im Wind. Es sind nachhaltige Baumwollmasken, die man immer wieder bei 90 Grad waschen kann und vor dem ersten Gebrauch, soll man sie auch bei mind. 60 Grad waschen. Habe ich natürlich sofort gemacht. Safety first.

So, jetzt sitze ich hier im Hauseingang und mir wehen die Kirschblütenblätter um die Ohren. Das sieht immer aus, als würde es im Frühling schneien. Es ist schön warm, aber doch recht windig.

Ah und neueste Neuigkeit: Timo und ich haben nächste Woche ein Kino-Date. Ich konnte doch tatsächlich zwei Tickets für das Kölner Auto-Kino ergattern. Und gar nicht mal so teuer. 8 Euro pro Person. Das ist echte Konkurrenz zu den großen Kino-Betreibern. Und aufgrund der Situation wird man sogar gebeten, sich seine Getränke und Snacks selbst mitzubringen. Ich freu mich. Ein bisschen Abwechslung. Und im Auto-Kino waren wir auch beide noch nie. Ich werde auf jeden Fall berichten.

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