Nachtrag zu gestern Abend: Unsere gefüllten Paprika waren super. Und sogar ich habe auch fast die ganze Paprika mitgegessen – nachdem ich die Haut abgezogen und das Fruchtfleisch klein gehackt hatte. Aber immerhin. Ich kenne mindestens 2 Personen, eher mehr, die jetzt sehr erstaunt über meine Gemüse-Entwicklung sind.

Ich hatte gar nicht erzählt, dass ich gestern beim Schreiben nebenher den Fernseher laufen hatte. Vor Kurzem habe ich das Sky Serien-Ticket gebucht. Ursprünglich um Timo endlich mal die aufregende Welt von Game of Thrones zu zeigen, aber er weigert sich noch. Bei mir hat es auch etwas gedauert, ich war damals eher so „Wenn es alle gucken, gucke ich es erst recht nicht.“. Aber dann habe ich irgendwann doch angefangen und konnte nicht mehr aufhören. Und ich bin mir sicher, dass es Timo auch gefallen wird. Naja, so lange kann man das Sky-Ticket aber auch nutzen, um andere Serien zu streamen und das habe ich gestern nebenbei gemacht: Sex and the City. Für mich die Mutter aller Serien. Damals haben wir jede Folge, und die kam nur einmal pro Woche und ging inkl. Werbung nur knappe 45 Minuten, gesehen und zelebriert. Niemand durfte uns in der SATC-Stunde stören. Und ich finde, die Serie ist nicht nur ein Muss für Frauen, nee, nee, Männer können da ne Menge lernen und vielleicht uns Mädchen auch ein bisschen besser verstehen. Natürlich ist die Serie das ein oder andere Mal etwas überspitzt, aber in den Charakteren der 4 Hauptdarstellerinnen steckt auf jeden Fall ein bisschen Wahrheit, die bestimmt auf jede von uns ein bisschen passt.
Die erste Folge musste Timo letztens mit mir zusammen gucken. Der Erfolg und die Begeisterung waren so eher suboptimal. Aber ich zwinge ihn nicht, sonst muss ich demnächst noch Zombie-Serien gucken. Zumindest hat er gestern eine ganze Weile die Titelmelodie von SATC vor sich hin gepfiffen ? Und das mit Game of Thrones kriegen wir auch noch hin. Er hat mir versprochen, dass er es mit mir guckt, an einem verregneten, kalten Abend oder Wochenende. Und derzeit stehen die Chancen ja ganz gut. Letztens haben wir Star Trek Picard geguckt. Ich bin da nicht so im Thema, da ich zur Star-Wars-Fraktion gehöre. Aber ich konnte der Serie gut folgen und fand sie auch gut gemacht. Gutes Ende. Ich musste ein bisschen weinen.
Muss ich irgendwie ständig beim Fernsehen. Was das angeht bin ich wirklich eine Heulsuse. Ich meine, wer hat bitte nicht bei „My Girl“ geweint, als die kleine Vada weinend die Treppe runterläuft, ihr bester Freund Thomas (verstorben nach einem allergischen Schock aufgrund eines Bienen-Angriffs) liegt ohne Brille im offenen Sarg und sie ruft unter Tränen „Gebt ihm seine Brille! Er kann doch ohne seine Brille nichts sehen!“.
Egal, ob jemand stirbt, heiratet oder sonst irgendwas Schönes oder Trauriges erlebt – ich bin emotional voll total dabei. Daher vermeide ich gruselige Filme, da bin ich nämlich Angst-technisch auch ganz weit vorne.

Da ich, anders als im „echten“ Büro, in meinem HomeOffice alleine bin, höre ich nebenbei immer Radio. Also ich höre eigentlich nicht richtig zu, aber ich bekomme z. B. immer die Nachrichten mit.
Heute Morgen kam die Meldung über den SEK-Einsatz in Gelsenkirchen, der für einen der Beamten tödlich endete. Erst 28 Jahre alt, von dem Verdächtigen, durch die Haustür, erschossen. Furchtbar sowas. Für nichts. Einfach abgeknallt. Mein Verstand kann das absolut nicht erfassen, was in so einem Menschen vorgehen muss. Durch die Tür schießen, in der Hoffnung keinen zu treffen, die SEK-Beamten gar zu vertreiben oder alle zu erschießen und davon zu kommen!?!?!? Nicht wirklich. Jetzt hat er ein Menschenleben auf dem Gewissen und sitzt jetzt irgendwo in einer Zelle oder einem Verhörraum. Was geht dem jetzt durch den Kopf? „Scheiße, was habe ich getan?“, „Krass, nen Bullen abgeknallt!“ Geht dem überhaupt irgendwas durch den Kopf? Hoffentlich hat er ein Gewissen und wird diese Tat und den Menschen nie vergessen und es ewig bereuen. Es soll ihn verfolgen.
Was ist mit den Kollegen des toten Beamten. Die waren dabei, haben ihn vielleicht gehalten, weggeschleppt, versucht wiederzubeleben. Für so viele Menschen kann nur eine einzige Sekunde zu einem Albtraum werden. Von der Familie und den Freunden des Toten ganz abgesehen.
Ich weiß gar nicht, warum mich so was dann immer so lange beschäftigt. Vielleicht weil ich irgendwann angefangen habe, nicht nur meine eigene Sicht der Dinge zu sehen, sondern auch die Absichten und Denkweisen von anderen. Das ist eigentlich eine ganz einfache Herangehensweise, aber ich muss mich immer noch regelmäßig dran erinnern, dass ich sie auch berücksichtige. Sie kann in vielen Situationen sehr hilfreich, wichtig und interessant sein. Oftmals vergisst man ja einfach, dass eine andere Person eine Situation mit vollkommen anderen Augen sieht und beurteilt. Somit entstehen dann auch vollkommen andere Konsequenzen und Meinungen.
Ich bin ein Kopfmensch. Wenn man mir genügend Zeit gibt, schaffe ich es wahrscheinlich auch mit den wildesten Gedankengängen, die Relativitätstheorie zu widerlegen. Damit meine ich, dass ich zu den Menschen gehöre, die alles zerdenken können und sich dabei oftmals einfach im Kreis drehen. Und das ist manchmal wirklich anstrengend. Man denkt dann so lange über etwas nach und malt sich Konsequenzen und Reaktionen aus. Nützt aber nix, da man im Endeffekt, den Ausgang oder Auslöser einer Situation gar nicht kennt.
Mein Bauch ist da eher wenig involviert. Und selbst wenn ich meine, ich hätte eine Bauchentscheidung getroffen, denke ich hinterher darüber nach, ob es richtig war und ob ich es nicht doch anders hätte machen können. Ein Teufelskreis.
Irgendwie spielt sich bei mir alles im Kopf ab. Schon in meinem Schulzeugnis der 1. oder 2. Klasse stand: Daniela träumt sehr viel.
Das passiert mir bis heute. Ich sitze irgendwo und starre ins Nichts. Ich weiß noch nicht einmal, ob ich dann nachdenke bzw. was da in meinem Kopf vorgeht. Einfach mal Null-Linie. Vielleicht versucht mein Gehirn dann im Hintergrund einfach mal Ordnung zu schaffen und schaltet mich zu diesem Zweck einfach mal kurz ab, damit nichts Neues nachkommen kann.
Mein Kopf gibt auch nachts keine Ruhe. Entweder lassen mich Gedanken nicht los, so dass ich nicht schlafen kann oder ich verarbeite Gedanken und Erlebnisse sehr aktiv in Träumen. Deswegen kann ich auch keine Horror-Filme gucken. Denn ich kann euch garantieren, dass ich im Anschluss nachts diejenige bin, die sich vor einem Serienkiller oder einer Zombie-Meute in Sicherheit bringen muss. Timo denkt nachts regelmäßig er müsste mir antworten, weil ich im Schlaf spreche. Interessanterweise kann er mir aber morgens nie sagen, was ich erzählt habe und ich kann mich natürlich auch nicht daran erinnern, womit ich ihn unterhalten habe. Vielleicht sollte ich mal eine ganze Nacht aufzeichnen, könnte interessanter Stoff für diesen Blog werden.

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