So, Zeit wirds mal wieder. Irgendwie brauche ich jetzt immer ein bisschen länger, um mich zum Schreiben zu motivieren, aber gut – so ist es eben. Müsste ich mich zwingen, wäre es kein Vergnügen mehr.
A propos Vergnügen – man muss sich ja derzeit neue Hobbies suchen um die Freizeit im Lockdown zu gestalten. Bei mir ist es das Malen nach Zahlen geworden und bei Timo ist es die PlayStation und immer mal wieder Lego. Und genau darum geht es jetzt: Der Lego Defender.
Den hat er in stunden- und tagelanger Arbeit mit viel Geduld zusammengebaut. Und dann war er irgendwann fertig und sah richtig gut aus. Anschieben und los …. Denkste. Fährt nicht. Die Hinterachse blockiert. Hmm. Ich hab also nebenbei mal ein bisschen gegoogelt und siehe da, wir sind wohl nicht die einzigen mit diesem Problem. Laut diverser Artikel im Internet, handelt es sich um einen Fehler in der Bauanleitung. Ja prima. Und natürlich ist dieser Fehler ziemlich am Anfang des gesamten Aufbaus. Super! Das heißt jetzt, Timo müsste das ganze Auto – besteht aus über 2500 Teilen – wieder zurückbauen, um das Teil, welches falsch herum eingesetzt ist, zu drehen und dann muss natürlich alles wieder zusammengebaut werden. Und da ich beim Aufbau dabei war, weiß ich, das ist kein „mal eben“. Total ätzend.
Ich suche in solchen Fällen gern den Kontakt zum Kundenservice des Herstellers. Hab ich bei Lego also auch gemacht. Denn ich bin der Meinung, dass so etwas zwar passieren kann, man aber dann auch dem Kunden eine Lösung anbieten muss. In diesem Falle hätte man Hinweise an die Händler verschicken müssen, so dass der Kunde beim Kauf auf den Fehler hingewiesen wird, man hätte ggf. auch Aufkleber auf die Kartons machen können, man hätte es groß über social media veröffentlichen können. Wie gesagt, kann passieren, aber man sollte dann auch dazu stehen.
Ich habe also eine lange Mail an Lego geschrieben. Eine Antwort kam auch vor zwei Tagen und da hab ich echt gedacht „Danke für garnix.“. Das war so eine klassische, vorgefertigte, achso-kundenfreundliche Standard-Antwort. „Liebe…., vielen Dank für deine Nachricht…..“.
So weit, so unnütz. Das Problem in der Mail war, dass der Kundenberater 0,0 auf das Problem eingegangen ist – sprich „Fehler in der Bauanleitung“. Nein, er schrieb mir, dass es ihm unglaublich leid tut, dass uns ein Fehler im Aufbau passiert ist und dass Lego – jetzt kommts – in diesem Fall zu einem Rück- und Neuaufbau rät. ACHSO!!!!
Versteht mich nicht falsch, dass wir bzw. Timo irgendwann in den sauren Apfel beißen muss und neu bauen muss, ist klar, aber wenn ich eins nicht leiden kann sind es eben genau diese bescheuerten Antworten, die mit Service nichts, aber auch überhaupt gar nichts zu tun haben.
Steht zu eurem Fehler und entschuldigt euch dafür, geht auf meine Nachricht ein und schick mir keine Antwort-Vorlage aus dem Standard-Antworten-Katalog „Lego für Dummies“.
Das habe ich Lego dann im übrigen auch genauso mitgeteilt. Die Krönung am Ende solcher Antwortmails ist ja dann auch immer, dass man gebeten wird an einer Service-Umfrage teilzunehmen. Ja, nee, is klar. Wollt ihr nicht!

Mich ärgert so was einfach tierisch, weil ich es anders kenne. Bei meinem Arbeitgeber und meinen Kollegen gilt, dass man sich immer individuell um die Probleme und Anliegen der Kunden kümmert. Wir sind direkt für unsere Kunden ansprechbar, hören uns an, was los ist und gehen dann auf genau das ein, kümmern uns darum, suchen Lösungen und das auch, wenn nötig, Abteilungs-übergreifend.
Das ist für mich Service.
Aber leider ist ja dieser o. g. Standard-Ablauf zur Routine in vielen Unternehmen geworden und ich vermute, dass auch oftmals einfach irgendwelche Call-Center für die Bearbeitung der Anfragen etc. zuständig sind.
Dabei kann es so einfach sein. Ich habe z. B. letztens meinen Reisenthel-Einkaufswagenchip verloren. Ich hab einfach mal an Reisenthel geschrieben und ganz schnell kam eine Antwort, in der mir die nette Mitarbeiterin sofort angeboten hat, dass sie mir vier neue Chips zuschickt. Ich war ganz begeistert. Nicht nur wegen den Chips sondern einfach, weil sie definitiv meine Nachricht auch gelesen hat. Ihr versteht was ich meine. Es geht also auch echt anders.

Egal. Genug mit Service-Wüste. Lasst mich kurz überlegen, was so in den letzten Wochen passiert ist – waren ja fast drei.
Leider auch nicht so viel. Der Lockdown-Modus ist totally aktiv und auch bei uns ist der wöchentliche Besuch im Supermarkt das absolute Highlight. Ach nee, wartet mal. Letzte Woche waren wir am Donnerstag in Grimmlinghausen am Rhein spazieren. Und auf dem Weg runter zum Rhein haben wir etwas entdeckt: The Big B – Brownie-Bakery. Leute!!!! Ein Traum. Ein winzig kleiner Laden in einem Hinterhof, supersüß eingerichtet – was aber alles vollkommen egal ist, wenn man das Backwerk probiert. Wir haben uns gleich 10 Stück zu 20 € gegönnt aus dem einfachen Grund – die Auswahl ist einfach grandios und wenn die nette Verkäuferin erklärt, was was ist, muss man einfach zugreifen. Und die 20 € waren grandios investiert. Richtig lecker. Müsst ihr probieren. https://bigb-brownie.de/

Beseelt von der Leckerei sind wir dann später nach Hause gefahren und auf dem Weg gab es dann noch einen kleinen Schock. Wir fuhren über die Landstraße und plötzlich stürzte sich von der rechten Fahrbahnseite ein Bussard/Falke (ich weiß es nicht, aber es war groß und keine Taube) auf die Straße vor unser Auto. Timo ging in die Eisen. Wir haben uns sofort umgedreht, aber dieser Kamikaze-Vogel ist entweder unter dem Auto durchgeflogen oder ganz knapp noch vor einem Aufprall vorbei gewesen, denn zum Glück war auf der Straße hinter uns nichts zu sehen. Das war dann so unser Wochen-„Highlight“.

Mein Highlight schon vor fast zwei Wochen war ein Besuch beim Osteopath in Köln. Da ich immer noch und immer wieder Probleme im Schulter-/Nackenbereich habe, wollte ich dem Ganzen nochmal eine Chance geben. Nützt ja nix – man will sich ja rundherum wohlfühlen.
Und was soll ich sagen, es war schmerzhaft und echt heftig, aber es war gut. Nach einer Runde Einrenken habe ich mein erstes Dry Needling bekommen. Das ist eine Art der Akkupunktur, bei der die Nadeln direkt in die Triggerpunkte/Knoten in der Muskulatur gestochen werden, um sie dann mit Sauerstoff zu versorgen und nachhaltig zu lösen (so viel zu meiner laienhaften Erklärung). Hört sich wahrscheinlich jetzt übel an, aber ist halb so schlimm. Ich hatte Nadeln in der rechten Wange/Kiefermuskulatur und in der linken Schulter. Das Einstechen ist ein kleiner Pieks und dann entsteht so ein Druckgefühl. Timo sagte im Nachhinein „Boaaah – die Nadeln waren total tief drin.“ Das habe ich gar nicht wahrgenommen. Nebenbei wurde ich dann noch weiter behandelt, um die Verspannungen zu lösen. Das war teilweise wirklich schmerzhaft, aber gut, auch das nützt nix, denn streicheln bringt da nix.
Nachdem wir dann wieder zuhause waren, bin ich direkt noch in die heiße Badewann – so für die Entspannung. Und was soll ich sagen, danach war ich vollkommen und absolut tiefenentspannt. Richtig gut. Die nächsten Tage waren dann etwas unangenehm, da sich vor allem meine linke Schulter angefühlt hat, als hätte man auf einen Muskelkater eingeprügelt. Aber auch da weiß ich, dass es total normal ist, die Muskeln usw. müssen sich regenerieren und sich auch erst wieder an den gelösten Zustand gewöhnen. Mittlerweile ist alles gut und ich werde definitiv mit dieser Art der Behandlung weitermachen.
Osteopathie ist zwar nicht ganz günstig, aber man kann sich oftmals einen Teil der Kosten von der Krankenkasse erstatten lassen.

Ansonsten geht hier alles seinen Gang. Arbeiten, Essen, Joggen, Serien gucken, Haushalt, Spazieren. Ich habe mittlerweile mein neues Malen nach Zahlen-Bild angefangen. Das habe ich im Internet bestellt – nicht von Ravensburger. Das ist definitiv anspruchsvoller und echt kleinteilig, man kann es überhaupt nicht mit dem Stil von Ravensburger oder Schipper vergleichen – aber ich denke, am Ende wird sich die Mühe lohnen.
Gerade gestern hab ich wieder stundenlang vor mich hin gepinselt. Gestern musste ich den Tag auch echt strecken, denn wir hatten uns vorgenommen den Superbowl zugucken und der wird traditionell immer in der Nacht von Sonntag auf Montag ausgestrahlt – wegen der Zeitverschiebung. Aber wir haben es geschafft. Also ich bis 3.30 Uhr und Timo sogar bis zum Ende, ich glaube er war so kurz vor 5 im Bett.
Der Superbowl an sich war schon ganz cool. Nur leider wird das ganze quasi im Minutentakt von Werbung unterbrochen. Da ist man grad in der Stimmung drin, hat grad verstanden, was da warum und wie auf dem Feld stattfindet und ZACK Werbung. Richtig nervig. Ich muss aber auch sagen, so gespannt, wie ich auf dieses Ereignis war, so entsetzt war ich dann auch. Corona – ihr erinnert euch – da war was. Und was da vor Ort in Florida abging. Krass! Im Stadion waren 25.000 Zuschauer! Davon 7.500 extra eingeladene Pflegekräfte – als Dankeschön für ihren Einsatz. Zu Beginn des Spiels wurde Joe Biden samt First Lady eingeblendet. Beide wünschten den Teams viel Erfolg und erinnerten die Mensch noch einmal daran, Maske zu tragen und Abstand zu halten. Zum Schluss gedachte er dann noch den fast 500.000 Corona-Toten. Okay. Und dann ging es los. Und während die Kamera so durch das Stadion ging, hab ich echt gedacht, dass die nicht richtig ticken. So viele Menschen, so nah, ohne Masken. Auf den Tribünen – die nicht vollständig ausgelastet waren – waren auch Pappgäste aufgestellt. Aber! Normalerweise sollten diese Plätze ja leer bleiben, wegen dem Abstand. Aber das war offensichtlich den Gästen egal. Alle nah beieinander, ohne Masken im Superbowl-Taumel. Das fand ich schon heftig. Am Spielfeldrand standen die Leute auch gedrängt – Spieler, Trainer, Physios, Wasserträger und und und. Auch da wurden die Masken nur recht halbherzig getragen. Beim gucken dachte ich mir “Prima, ein Superspreader-Event wie es im Pandemie-Lehrbuch steht”. Das Sport-Events stattfinden ist die eine Sache – besonders der Superbowl ist eine Multi-Millionen-Geldmaschine – aber warum werden nicht die Regeln eingehalten? So ist es doch kein Wunder, dass besonders viele Amerikaner die Pandemie und die eigentlich wichtigen Maßnahmen nicht ernst nehmen. So bekommen die und auch wir das Virus nie in den Griff. Ich bin mal auf die Berichterstattung in den nächsten Tagen gespannt. Naja, nützt ja nix. Auf mich werden die auch nicht hören.
Deswegen bin ich auch heute noch ein bisschen müde. Aber da es auch hier eisig kalt und vor allem eisig ist, kann ich den Rest des Tages vollkommen entspannt angehen. Wir müssen nirgendwohin und können einfach mit dem Hintern auf der Couch bleiben.
Aber ich freue mich schon so sehr darauf, dass endlich draußen alles wieder taut – hmm, sieht grad schlecht aus, vor dem Fenster wirbeln grad wieder die Schneeflocken. Und dann geht es endlich wieder raus in den Garten und ich bin schon soooo gespannt, was in meinen Beeten überlebt hat und dann hoffentlich bald wieder blüht.

Ich hoffe, ihr seid auch alle sicher zuhause und wenn ihr unterwegs seid, dann fahrt und geht schön vorsichtig. Bis ganz bald 😎

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