Ich war heute Morgen schon ganz früh laufen – tatsächlich um kurz vor neun. Nicht weil es so viel Spaß macht, sondern einfach, weil es ca. 2 Stunden später schon viel zu heiß gewesen wäre. Einer der Gründe warum ich immer alleine laufe ist, dass ich dann Ruhe habe, nicht reden muss und dann kommen und gehen die Gedanken so wie sie gerade lustig sind.
Heute waren da mal wieder diese „Was erleben wir hier eigentlich gerade?”-Gedanken. Das ist vielleicht ein ganz guter Schutzmechanismus, denn so führt man sich dann doch wieder vor Augen, dass man vorsichtig sein sollte und dass die Pandemie (da ist es wieder – so krass) noch nicht vorbei ist. Und dann kam mir ein ganz wichtiger Gedanke: Dankbarkeit
Und dieser Gedanke hat mich dann den ganzen Weg über beschäftigt. Klar, jeder hat sich schon mal über etwas gefreut, ein Geschenk zum Beispiel, und dann hat man sich bedankt. Aber das meine ich nicht. Es geht darum, dass wir dankbar sein sollten, dass es uns gut geht, dass wir im Zweifel gut versorgt werden – und dann sollte man sich nicht beschweren, dass ggf. Kosten entstehen oder man mal 48 Stunden auf ein Testergebnis warten muss, denn wir werden getestet und uns wird geholfen. Unsere Regierung nimmt die Lage ernst und versucht an möglichst vielen Stellen (ich weiß, lange nicht an allen) zu helfen. Oder z. B.: Was fehlt uns denn? Doch eigentlich nichts. Ja gut, der Urlaub fällt (vernünftigerweise) aus, die persönlichen Kontakte sind eingeschränkt – aber dazu gibt es heutzutage zig Möglichkeiten, um sich doch zu sehen und zu hören. Oder man schreibt einfach mal wieder einen Brief oder eine Karte. So viele Menschen haben sich so viel einfallen lassen, um sich gegenseitig Hoffnung und ein bisschen Miteinander zu geben.
Materiell gesehen ist doch wirklich alles okay. Sogar die Klopapier-Lage hat sich normalisiert. Wir können uns kaufen was wir wollen und noch nicht einmal brauchen.
Also auch, wenn die Lage für uns alle und für manche noch schwerer ist – ich glaube wir können alle ein bisschen Dankbarkeit zeigen. Mit Blick auf den Rest der Welt, haben wir es doch wirklich gut getroffen.
Bei mir war es heute die Art von Dankbarkeit, die ich selbst auch noch nicht so oft empfunden habe. Das erste Mal hatte ich das so richtig bewusst, als ich einige Monate nach meiner Halswirbelsäulen-Operation mit Timo im Urlaub war. Wir schauten uns einen Sonnenuntergang an und ich musste weinen. Erst hatte ich keine Ahnung warum und dann habe ich gemerkt, dass mir in dem Moment klar geworden ist, wie dankbar ich bin, dass ich in dem genau dort stehen und mir den Sonnenuntergang ansehen konnte. Die Optionen damals bei der OP waren Genesung, Querschnittslähmung, Hirntot, tot. Krasses Gefühl.
In letzter Zeit hatte ich das Gefühl immer wieder, wenn ich an meine diesjährige Geburtstagsfeier zurückgedacht habe.

Jetzt gerade bin ich dankbar für einen großen Sonnenschirm und eben waren wir es für die Klimaanlage im Auto. Ledersitze (schwarz) sind ja gut und schön, aber das hat schon für nen ganz schön heißen Popo gesorgt und anlehnen war auch erstmal nicht. Nützt ja nix – es ist Sommer. Und auch dafür bin ich dankbar.

Ich hab mich jetzt auch schön hier im Garten eingerichtet. Im Schatten, mit Sonnencreme geschützt und diverse Flaschen Eistee warten im Kühlschrank auf mich. Nicht das süße, fertige Zeug, nee, es gibt von Teekanne verschiedene Sorten, die man kalt aufgießen kann. In leckeren Geschmacksrichtungen: Apfel-Zitrone, Pfirsich-Maracuja oder bei mir heute Eistee Pfirsich classic. Sehr lecker und erfrischend und eine Abwechslung zum puren Wasser.

Ich muss auch gleich dringend wieder was trinken. Bei so einem Wetter schlägt mein Kreislauf immer ganz schnell Alarm. Und besonders nachdem ich eben kilometerweit durch den Garten hin und her gegangen bin. Sage und schreibe 7 Mal bin ich eben quer über die Wiese spaziert um Schlauch, Schirmständer und Schirm zu holen und hinterher die Garage auch wieder abzuschließen.
Erinnerte mich an die sieben Runde um den Scarabäus in Ägypten. Kurze Geschichte, schnell erzählt: Ich weiß nicht mehr an welcher historischen Stätte wir waren, auf jeden Fall stand dort eine Säule mit einem Scarabäus oben drauf. Vom Durchmesser her, würde ich sagen, waren das so 60-70 Zentimeter. Und um sich Glück zu sichern, musste man nicht nur am Scarabäus reiben oder so – nein, man musste 7 Mal um die Säule herum gehen. Hört sich erstmal leicht ein, war es aber nicht. Denn es hatte ca. 45 Grad Celsius, das Käferchen saß mitten in der prallen Hitze auf seiner Säule, und bei diesen Temperaturen können 7 gegangene Runden echt zermürbend sein. Und wo man sich Glück mit Reiben, Hand rein, Augen zu und pusten oder eben im Kreis laufen sichern kann – da bin ich doch dabei 😊

Deswegen ist für heute auch Schluss mit der Anstrengung – ich werde jetzt chillen und vor mich hin schwitzen und mein Buch „Fastenpredigt in Unterfilzbach“, Band zwei nach „Kamasutra in Unterfilzbach“, lesen. Sofern der kindle nicht irgendwann überhitzt. Also drückt mir die Daumen.

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