Gestern Abend ging mir noch eine ganze Weile einiges durch den Kopf. U. a. die Wut und Fassungslosigkeit über die erneute Zerstörung des LoveParade-Denkmals in Duisburg und dazu passend: Kameras im öffentlichen Raum.
Ich muss ganz ehrlich sagen: Why not? Ich persönlich habe nichts zu verbergen und würde jetzt mal behaupten, dass ich mich die meiste Zeit auch vollkommen rechtskonform verhalte. Es ist doch wirklich zum Kotzen. Egal wo was neu aufgestellt, gestaltet, gebaut wird – man hat sich gefühlt nur eine Sekunde abgewandt und schon hat es wieder irgendein Idiot beschmiert oder zerstört. Einfach nur so. Und das ist nicht nur eine Straftat, es ist auch vollkommen bescheuert und überflüssig. Da machen sich Menschen Mühe, investieren Zeit und Arbeit, Ideen und Kreativität, um Orte zu verschönern und anderen Menschen eine Freude zu machen und kurz darauf kommen irgendwelche Vollidioten und zerstören es. Warum? Weil sie Langeweile haben? Weil sie schlecht erzogen wurden? Weil sie sich für Mitglieder einer Gang halten – Leute, wir sind hier nicht in der Bronx! Weil sie glauben, dass sie cool sind? Ist mir eigentlich egal. Fakt ist, es handelt sich um Sachbeschädigung von öffentlichem und teils auch privatem Eigentum. Das macht man einfach nicht PUNKT
Deswegen – von mir aus, da es ja offensichtlich anders nicht geht – gerne Kameras an öffentlichen Plätzen, wie Parks, Spielplätzen, Busbahnhöfen etc. und leider wohl auch an Gedenkstätten, überall da, wo sich diese Klientel gern tummelt. Klar, dann schreien alle „Datenschutz und Privatsphäre“. Jaja, ich würde mal tippen, dass alle die, die dann am lautesten Brüllen einen facebook- und instagram-Account haben – ihr Leben eh schon mit der ganzen Welt teilen. Und wenn es dem Schutz der Allgemeinheit dient und verhindert, dass ständig alles vermüllt und zerstört ist, bitte. Immer her damit. Frei nach dem Motto „Big Brother is watching you“. Naja, in dem TV-Format sind sich die Protagonisten ja auch für nix zu schade. Aber das ist ggf. ein anderes Thema. Ich notiere mir mal eben Trash-TV ?

Bei uns im Garten wurde gestern wieder verschönert und natürlich nicht zerstört. Die Vögel haben jetzt nicht nur eine Vogeltränke (Tag 36) sondern quasi eine Bar mit Club. Jaja, richtig gelesen. Die Garten-Deko wurde durch vier LED-Lampen ergänzt. Zwei in blau und zwei in pink. Und! Das ist der Clou, das Lichtelement im Inneren dreht sich und da die Gläser in Bruchoptik gestalte sind, bricht sich das Licht ganz wunderbar. Dagegen erblasst jede Club-Lichtanlage. Ein Traum. Da der Club natürlich erst mit Einbruch der Dunkelheit öffnet, gibt es bisher noch keine Bilder des bunten Treibens im Club „Water-Bird“. Zumindest haben wir bisher morgens noch keine übriggebliebenen Partygäste am Haselnussbaum gefunden ?

Schluss mit lustig. Nützt ja nix. Gearbeitet werden muss auch. In meiner Schicht heute, wurde mir mal wieder die Tragweite der ganzen Situation bewusst. Mitte März hatte ich mir, mit Beginn der Pandemie und den ersten Maßnahmen, überlegt, dass man den Lesern (unseren Kunden) Mut machen soll und sie auffordern in dieser Situation zusammenzuhalten. Und da habe ich ein Anzeigenmotiv mit einem Herz und eben dem Spruch „Lasst uns zusammenhalten“ und einem Bild „Menschen, die an einem Strang ziehen“ gestaltet. Das war damals ein Anzeigenmotiv. Heute, 7 Wochen später, musste ich den Text der Anzeige anpassen, da die aktuelle Situation nicht mehr der von vor 7 Wochen entspricht und ich verwalte einen ganzen Datei-Ordner mit den unterschiedlichsten Corona-Anzeigenmotiven. Das hätte ich damals nie gedacht. Aber irgendwann wurde es so viel, dass ich, um den Überblick zu behalten, tatsächlich Ordnung in die vielen Anzeigen bringen musste. Da war dann heute wieder dieses Gefühl: Krass.

So und jetzt zu einem Highlight der letzten Wochen: Ich hatte heute Besuch. Erika war da. Und das war toll. Sitzen, quatschen, lachen. Herrlich. Und ganz süße, wunderbare Geschenke habe ich bekommen. Vielen Dank! Wir saßen im Garten, mit ausreichend Abstand und haben uns mal wieder ordentlich ausgetauscht. Was muss, das muss. Und, seit gestern, darf man das ja sogar auch. Eine weitere Person aus einem anderen Haushalt. Also alles richtig gemacht.
Sie hat mir davon berichtet, wie schwer das HomeSchooling ist. Und ich kann es mir vorstellen. Müsste ich jetzt mein Kind z. B. bei der Kurvendiskussion unterstützen . . . ja, also, ja, keine Ahnung. Ich habe Abitur und Mathe hatte ich im dritten Fach (auch bestanden, in der 13.1 und 13.2. hatten wohl Aliens mein Gehirn infiltriert), aber der Nachteil an einem Abitur ist, man lernt eine Menge Dinge, die man später im Leben nicht mehr braucht. Wie z. B. Kurvendiskussion. Was soll ich über Kurven diskutieren?? Ich habe auch nie verstanden, warum es in einer Rechnung mit Buchstaben Unbekannte gibt – ja, dann sollen die sich halt vorstellen. Wieso soll ich überhaupt mit Buchstaben rechnen, mit denen schreibe ich. Ihr versteht was ich meine. In Englisch (1. Abifach) könnte ich gut helfen, das brauche ich bis heute und spreche es auch regelmäßig. Französisch, joah, hatte ich auch ein paar Jahre und das ein oder andere „je ne sais quoi“ verstehe ich schon auch noch, aber helfen . . . schwierig, also difficile. An Chemie und Physik möchte ich gar nicht denken. Und genau mit dieser Aufgabe schlägt sich Erika jetzt seit Wochen rum und Erika, möchte ich an dieser Stelle betonen, ist die Freundin, die sich auch seit Wochen an der Toilettenpapier-Front bei dm mit den Kunden rumärgern muss. Also – Hut ab, vor Erika und allen Eltern, die jetzt neben Beruf, Haushalt, Ehe/Beziehung jetzt auch noch die Ausbildung ihrer Kinder übernehmen müssen. Da könnte man eigentlich auch mal applaudieren.
Wir hatten heute auf jeden Fall einen schönen Nachmittag und werden das auf jeden Fall in dieser kleinen Runde wiederholen. Michael – du kannst den Grill schon mal vorbereiten. Bis ganz bald ?

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